Daten belegen: Gamer werden immer denkfauler

Laut Daten des Marktforschungsunternehmens Quantic Foundry haben Gamer immer weniger Interesse an strategischem Denken. Die Bereitschaft, sich länger mit komplexen Aufgaben und Systemen auseinanderzusetzen, hat in den letzten Jahren stark abgenommen.
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Strategiespiele werden immer unbeliebter

Die Zeit rund um die Jahrtausendwende war eine goldene Ära für Strategiespiele. Titel wie Age of Empires II, Starcraft und Command & Conquer: Alarmstufe Rot waren riesige Erfolge für ihre Entwickler und Publisher. Mittlerweile ist es etwas ruhiger um das Genre geworden. Das Marktforschungsunternehmen Quantic Foundry hat jetzt einen möglichen Grund dafür gefunden.

12 Arten von Spielermotivationen

Um den zu verstehen, muss man das Modell der Spielermotivationen von Quantic Foundry kennen. Das ordnet alle Gamer danach, aus welcher Motivation heraus sie Videospiele spielen. Dabei gibt es 12 verschiedene Kategorien. Spieler, die etwa besonders den sozialen Aspekt und das Miteinander mit anderen beim Spielen genießen, fallen unter die Kategorie "Community". Spieler, die hingegen den meisten Spaß beim Erkunden fremder Welten haben, zählen zur Kategorie "Discovery". Quantic Foundry: Strategisches Denken bei Gamern Und so gibt es auch eine Kategorie mit dem Namen "Strategy". Darunter fallen Gamer, die gerne Entscheidungen in komplexen Systemen treffen und Spaß am Planen haben. Hier geht es um langfristige Konsequenzen. Neben Strategiespielen sind etwa auch Simulatoren wie Factorio gute Beispiele für entsprechende Spiele.

Kontinuierlicher Abwärtstrend bei Strategie

Doch wie die Daten von Quantic Foundry zeigen, ist das Interesse an Strategie "in den letzten 9 Jahren erheblich zurückgegangen". So legen 67 Prozent der Spieler heute weniger Wert auf strategisches Denken und Planung beim Spielen als der Durchschnitts-Gamer im Juni 2015. Quantic Foundry: Strategisches Denken bei Gamern Es handelt sich dabei nicht um ein plötzlich auftretendes Phänomen, sondern um einen schon lange anhaltenden Trend. Daher geht Quantic Foundry davon aus, dass es kulturelle oder psychologische Gründe für den Popularitätsverlust der Strategie-Kategorie gibt. Dabei macht das Geschlecht der Spieler keinen Unterschied. Gamer haben generell weniger Interesse an strategischem Denken.

Ähnliche Entwicklungen auch außerhalb des Gamings

Auch auf anderen Gebieten außerhalb von Videospielen gibt es ähnliche Beobachtungen. Die Bereitschaft der Menschen, ich länger kognitiv mit etwas zu beschäftigen, nimmt immer weiter ab. Social-Media-Plattformen wie TikTok sind ein Spiegelbild dessen. Mit seinem Short-Form-Content treibt es der Dienst auf die Spitze und ist damit extrem erfolgreich. Auch Arbeitgeber klagen immer wieder über die mangelnde Bereitschaft der "Jugend", sich in schwierige Aufgaben einzuarbeiten. Die Abbrecherquote bei dualen Berufsausbildungen in Deutschland ist so hoch wie noch nie.

Steam als Spiegelbild

Diese "Denkfaulheit" ist also bei Weitem kein Phänomen, das nur Videospieler betrifft. Trotzdem zeigen sich die Auswirkungen. Unter den beliebtesten Neuerscheinungen auf Steam im Jahr 2023 finden sich vor allem Ego-Shooter und Action-Rollenspiele. Einzig Cities: Skylines II und der Football Manager 2024 konnten diesen Trend durchbrechen.

Zusammenfassung
  • Die Jahrtausendwende war eine goldene Ära für Strategiespiele
  • Das Marktforschungsunternehmen Quantic Foundry hat den Rückgang des Genres untersucht
  • Quantic Foundry kategorisiert Spieler nach ihrer Motivation, Videospiele zu spielen
  • Die Kategorie "Strategy" umfasst Spieler, die Entscheidungen in komplexen Systemen lieben
  • Das Interesse an strategischem Denken ist in den letzten 9 Jahren erheblich zurückgegangen
  • Quantic Foundry vermutet kulturelle oder psychologische Gründe für diesen Trend
  • Auch außerhalb von Videospielen nimmt die Bereitschaft zur kognitiven Anstrengung ab

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