Bande zockt hunderttausende Nutzer mit 76.000 Fake-Shops ab

Fake-Shops, mit denen Betrüger unvorsichtige Online-Shopper abzocken, sind keine neue Sache. Doch nun sind Kollegen der Zeit, des Guardian und der Le Monde einer kriminellen Organisation auf die Spur gekommen, die gleich zehntausende solcher Angebote betreibt.
Hacker, Hack, Betrug, Kryptowährung, Darknet, Crypto-Währung, Scam, Crypto, Cryptowährung, Krypto, Betrüger, virtuelle Währung, Scammer

Kriminelle Organisation aus China

Die Masche verläuft bei Fake-Shops im Grunde immer wieder nach dem Muster, dass ahnungslose User Bestellungen aufgeben und Geld überweisen, dann aber niemals die gewünschte Ware zugeschickt bekommen. Meist werden die Nutzer dabei mit niedrigen Preisen auf Markenprodukte geködert. Immer wieder gelingt es den Betrügern dabei auch, ihr Shops beispielsweise in der Shopping-Suche Googles zu platzieren, was den Eindruck der Seriosität noch einmal steigert.

Bisher wurden solche Fake-Shops eher einzeln oder von kleineren Gruppen betrieben. Das ändert sich angesichts ihrer Lukrativität aber offenbar. "Ausgangspunkt der Recherche waren mehrere Gigabyte interne Unterlagen und technische Daten der Täter", hieß es. Entdeckt wurden diese durch das in Berlin ansässige Sicherheitsunternehmen SR Labs, das die Informationen an die Redaktion der Zeit weitergab. Dort wurden die Daten dann in Zusammenarbeit mit den britischen und französischen Kollegen ausgewertet.


Es zeigte sich, dass hier eine einzige kriminelle Organisation, die in China ansässig ist, weltweit stattliche 76.000 Fake-Shops betreibt. In den meisten werden dabei Modeartikel angeboten. Die Angebote richten sich dabei fast vollständig an potenzielle Opfer in den reicheren westlichen Staaten.

113.000 Deutsche

Bei der Recherche kam man so auf eine Zahl von rund 850.000 Menschen, die von den Betrügern um ihr Geld gebracht worden sein sollen. Es gehe um viele Millionen Euro, hieß es. Etwa 113.000 Opfer seien dabei Deutschland zuzuordnen. Einige davon konnten auch persönlich ausfindig gemacht werden. Dabei zeigte sich, dass die Nutzer aufgrund der Aufmachung der Seiten und ihrer Platzierung bei Google durchaus von der Seriosität überzeugt waren. Das änderte sich erst, als nach der Bestellung per Kreditkarte auf einmal ein wesentlich höherer Betrag abgebucht wurde und die bestellte Ware auch nie ankam.

Die Gruppe soll dabei im Rahmen eines Cybercrime-as-a-Service-Modells funktionieren. Neben eigenen Fake-Seiten werden auch Server-Infrastruktur und Software an andere Betrüger vermietet, die auf dieser Grundlage wiederum mit eigenen gefälschten Angeboten auf die Suche nach Opfern gehen. Da sich die Zusammenarbeit zwischen westlichen und chinesischen Polizeibehörden oft als kompliziert herausstellt, sollen sich die Täter letztlich sogar so sicher fühlen, dass sie in China ein ganz normales Firmen-Büro unterhalten.

Zusammenfassung
  • Journalisten decken Netzwerk von 76.000 Fake-Shops auf
  • Betrüger locken mit niedrigen Preisen für Markenprodukte
  • Fake-Shops oft in Googles Shopping-Suche platziert
  • SR Labs lieferte entscheidende Daten an die Zeit
  • 850.000 Menschen weltweit von Betrug betroffen
  • 113.000 Opfer allein in Deutschland identifiziert
  • Cybercrime-as-a-Service-Modell ermöglicht breiten Betrug

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!