Bielefelder Ermittler sichern Millionen der "Krypto-Queen"

Die Staats­an­walt­schaft Bie­le­feld hat mehr als 10 Mil­lio­nen Euro aus dem Ver­mö­gen der un­ter­ge­tauch­ten One­Coin-Grün­de­rin Ruja Ig­na­to­va si­cher­ge­stellt. Diese Gel­der stam­men aus dem Ver­kauf von Lu­xus­im­mo­bi­lien in Lon­don.
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Ruja Ignatova, bekannt als "Krypto-Queen", soll mit der fiktiven Digitalwährung "OneCoin" Anleger weltweit um Milliarden betrogen haben. Nun gibt es für die Geschädigten einen Hoffnungsschimmer: Wie der WDR berichtet, konnten Bielefelder Ermittler über 10 Millionen Euro aus Ignatovas Vermögen sicherstellen.

Luxusimmobilien als Quelle der Sicherstellung

Die sichergestellten Gelder stammen aus dem Verkauf zweier Luxusimmobilien in London, die Ignatova über Treuhandfirmen für insgesamt 20 Millionen Euro erworben hatte. Durch den Verkauf der mittlerweile abgenutzten Penthouse-Wohnungen konnten rund 10 Millionen Euro erzielt werden.


Das Geld liegt derzeit auf einem Konto der Royal Bank of Scotland. Die Ermittler sind zuversichtlich, beweisen zu können, dass die Mittel für den Immobilienkauf von über 17.000 betrogenen Anlegern stammen, die über eine Firma mit Sitz in Greven im Münsterland geschädigt wurden.

Der Fall OneCoin

OneCoin gilt als einer der größten Betrugsskandale der letzten Jahrzehnte. Vor etwa zehn Jahren wurde die Domain "onecoin.eu" registriert, über die Ignatova und ihr Mitgründer Karl Sebastian Greenwood Kunden für ihr vermeintliches Kryptowährungsprojekt gewannen.

Im Oktober 2017 wurde Ignatova, eine promovierte Juristin, vor einem US-Gericht angeklagt, woraufhin sie untertauchte. Seitdem fahnden unter anderem das FBI und das Bundeskriminalamt nach ihr. Ihr letzter bekannter Aufenthaltsort war Athen, Griechenland.

Rechtliche Schritte und Hoffnung für Geschädigte

Um das sichergestellte Geld den Geschädigten zukommen zu lassen, hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld beim Landgericht ein selbstständiges Einziehungsverfahren beantragt. Oberstaatsanwalt Carsten Nowak erklärte bei einer Pressekonferenz: "Wir haben die Einziehung von 20 Millionen Euro beantragt. Das Gericht wird in den nächsten Wochen prüfen, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen."

Sollte das Gericht dem Antrag zustimmen, müssen sich die geschädigten Anleger selbst melden. Es gilt das Windhundprinzip: Die Schnellsten würden entschädigt, bis die 10 Millionen Euro aufgebraucht sind.

Verurteilungen im Umfeld von OneCoin

Während Ignatova selbst weiterhin flüchtig ist, gab es bereits Verurteilungen in ihrem Umfeld:

  • Anfang 2024 verurteilte das Landgericht Münster drei Gehilfen von Ignatova wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug und Geldwäsche zu Haftstrafen zwischen knapp drei und fünf Jahren.
  • Im September 2023 wurde OneCoin-Mitgründer Karl Sebastian Greenwood in den USA zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er soll zudem rund 300 Millionen US-Dollar an Provisionen zurückzahlen.

Ausblick

Oberstaatsanwalt Nowak dämpft jedoch die Erwartungen: Eine gerichtliche Entscheidung sei nicht vor Ende des Jahres zu erwarten. Zudem sind die 10 Millionen Euro angesichts eines geschätzten Gesamtschadens von mindestens 1,5 Milliarden Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Dennoch ist die Sicherstellung dieser Gelder ein wichtiger Schritt, um zumindest einen Teil der Geschädigten zu entschädigen.

Doku-Tipp: "Die Kryptoqueen" in der ARD Mediathek. Vierteilige Serie über den größten Krypto-Betrug der Geschichte. Spannend erzählter Wirtschaftskrimi rund um die verschwundene OneCoin-Gründerin Ruja Ignatova.

Der OneCoin-Skandal bewegt viele Menschen. Wie seht ihr die neuesten Entwicklungen? Teilt eure Gedanken, Erfahrungen oder Fragen mit uns in den Kommentaren - wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit euch.

Zusammenfassung
  • Staatsanwaltschaft Bielefeld sichert über 10 Millionen Euro aus Ignatovas Vermögen
  • Gelder stammen aus dem Verkauf von Luxusimmobilien in London
  • Ignatova, auch "Krypto-Queen" genannt, betrog Anleger weltweit mit OneCoin
  • Geld liegt auf einem Konto der Royal Bank of Scotland auf Guernsey
  • Ermittler beweisen, dass Mittel von über 17.000 betrogenen Anlegern stammen
  • Staatsanwaltschaft beantragt Einziehungsverfahren beim Landgericht Bielefeld
  • Gericht prüft, ob Voraussetzungen für Einziehung von 20 Millionen Euro vorliegen

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