Baldige DSL-Abschaltung: Jetzt äußern sich Digitalminister & Telekom
Nach Berichten über ein mögliches Ende von DSL-Anschlüssen herrscht Verunsicherung bei vielen Internetnutzern. Nun nehmen sowohl die Telekom als auch Digitalminister Karsten Wildberger deutlich Stellung zu dem Thema.
Dennoch befürchten jetzt viele Nutzer einen baldigen und möglicherweise kostspieligen Zwangsumstieg auf Glasfaser. Das Echo war sogar so groß, dass sich sowohl das Digitalministerium von Karsten Wildberger als auch die Deutsche Telekom gezwungen sah, sich zu äußern und zu dem Thema Stellung zu beziehen.
Der Kurswechsel bei Minister Wildberger ist bemerkenswert. Als Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrats unterstützte er noch vor wenigen Monaten ein Positionspapier, das einen zügigen Umstieg von DSL auf Glasfaser im Einklang mit dem EU-Ziel forderte. Nun stellt er als Minister die Versorgungssicherheit in den Vordergrund - ein Ansatz, der jedoch Millionen DSL-Kunden beruhigen dürfte. Infografik Breitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen Internet
Die Deutsche Telekom schlägt in die gleiche Kerbe und äußerte sich auf LinkedIn unmissverständlich:
Die Telekom empfiehlt dennoch allen Kunden, die bereits die Wahl haben, sich für einen Glasfaseranschluss zu entscheiden. Dieser bietet Vorteile wie höhere Geschwindigkeiten, mehr Energieeffizienz und bessere Robustheit bei Unwettern oder Feuchtigkeit.
Was meint ihr zu dieser Entwicklung? Nutzt ihr noch DSL oder seid ihr bereits auf Glasfaser umgestiegen? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen zum Thema Glasfaserausbau in den Kommentaren!
Siehe auch:
Wirbel um Abschaltung des Kupfernetzes
Die Meldungen über eine Abschaltung des DSL-Netzes in Deutschland haben in den vergangenen Wochen für einige Verunsicherung bei Internetnutzern gesorgt. Auch WinFuture berichtete über das Impulspapier der Bundesnetzagentur. Wie unser Redakteur Christian Kahle allerdings berichtete, soll die Abschaltung frühestens im Jahr 2030 beginnen. In Deutschland würde die Umstellung auf Glasfaser aufgrund des langsamen Netzausbaus sogar noch erheblich länger dauern.Dennoch befürchten jetzt viele Nutzer einen baldigen und möglicherweise kostspieligen Zwangsumstieg auf Glasfaser. Das Echo war sogar so groß, dass sich sowohl das Digitalministerium von Karsten Wildberger als auch die Deutsche Telekom gezwungen sah, sich zu äußern und zu dem Thema Stellung zu beziehen.
Kein schnelles DSL-Aus
"Die Abschaltung des Kupfernetzes steht daher aktuell nicht zur Debatte und kommt für uns überhaupt erst dann infrage, sobald eine deutlich bessere Alternative vorliegt, zum Beispiel Glasfaser", ließ das Digitalministerium auf Anfrage der Bild-Zeitung wissen. Eine Abschaltung könne frühestens dann erfolgen, wenn eine durchgehende Versorgung der Bevölkerung sichergestellt sei. Deutschland habe gegenüber der EU-Kommission bereits deutlich gemacht, dass eine vollständige Abschaltung des Kupfernetzes bis 2030 trotz Fortschritten beim Glasfaserausbau "verfrüht wäre".Der Kurswechsel bei Minister Wildberger ist bemerkenswert. Als Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrats unterstützte er noch vor wenigen Monaten ein Positionspapier, das einen zügigen Umstieg von DSL auf Glasfaser im Einklang mit dem EU-Ziel forderte. Nun stellt er als Minister die Versorgungssicherheit in den Vordergrund - ein Ansatz, der jedoch Millionen DSL-Kunden beruhigen dürfte. Infografik Breitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen Internet
Die Deutsche Telekom schlägt in die gleiche Kerbe und äußerte sich auf LinkedIn unmissverständlich:
Um es noch einmal klar und unmissverständlich zu sagen: Es gibt gegenwärtig noch keine konkreten Pläne der Telekom für eine Kupferabschaltung. Weder bundesweit noch regional. Die Telekom bleibt stabil und zuverlässig für ihre Kunden da, um sie auch auf lange Sicht mit Telefon und Internet zu versorgen - unabhängig von der gewählten Technologie.
Langsamer Glasfaserausbau
Ein zentrales Problem beim Umstieg ist der bereits angesprochene, nur langsam voranschreitende Glasfaserausbau in Deutschland. Laut der Bundesnetzagentur sind aktuell nur etwa 19 Prozent der Haushalte vollständig an das Glasfasernetz angebunden. Andere Quellen sprechen von 47 Prozent der Haushalte, die theoretisch Zugang zu Glasfaser haben könnten. Für einen flächendeckenden Zwangsumstieg fehlt daher schlicht die Infrastruktur.Die Telekom empfiehlt dennoch allen Kunden, die bereits die Wahl haben, sich für einen Glasfaseranschluss zu entscheiden. Dieser bietet Vorteile wie höhere Geschwindigkeiten, mehr Energieeffizienz und bessere Robustheit bei Unwettern oder Feuchtigkeit.
Was meint ihr zu dieser Entwicklung? Nutzt ihr noch DSL oder seid ihr bereits auf Glasfaser umgestiegen? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen zum Thema Glasfaserausbau in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Digitalministerium und Telekom beruhigen: DSL-Abschaltung steht nicht an
- Trotz EU-Zielen wird das Kupfernetz in Deutschland noch lange weiter bestehen
- Komplette Glasfaser-Umstellung wird noch länger als bis 2030 dauern
- Aktueller Glasfaserausbau mit nur 19 Prozent vollständig angeschlossener Haushalte
- Minister Wildberger betont Versorgungssicherheit statt schnellen Technologiewechsel
- Telekom empfiehlt freiwilligen Umstieg auf Glasfaser, wo bereits verfügbar
Siehe auch:
- Trotz Lobby-Druck: Entscheidung gefallen - kein Glasfaser-Routerzwang
- EU-Ausbau-Förderung: Deutsche Glasfaser erhält 350 Mio. Euro Kredit
- Rekord: Forscher treiben bestehende Glasfasern auf über 400 Tb/s
- Glasfaserausbau mit Schwarzarbeit: Razzia in mehreren Bundesländern
- Pfusch am Bau: Kommunen sind sauer auf Glasfaser-Ausbauer
Thema:
Felix KrauthRedakteur für Windows & Hardware
War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.
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