Erde dreht sich immer schneller:
Negative Schaltsekunde wird bald nötig
Da die Erdrotation nicht vollständig zu unserem Zeitsystem passt, werden bekanntlich regelmäßig Schalttage und auch Schaltsekunden eingefügt. Da sich die Drehung der Erde aber beschleunigt, muss man demnächst wohl auch negative Schaltsekunden heranziehen.
"Dies ist eine noch nie dagewesene Situation und eine große Sache", erklärte der Hauptautor der Studie, Duncan Agnew, Geophysiker an der Scripps Institution of Oceanography an der University of California in San Diego. "Es handelt sich nicht um eine riesige Veränderung der Erdrotation, die zu einer Katastrophe führen wird, aber es ist etwas Bemerkenswertes. Es ist ein weiteres Indiz dafür, dass wir uns in einer sehr ungewöhnlichen Zeit befinden."
Für den Alltag der allermeisten Menschen wird dies natürlich keine spürbaren Auswirkungen mit sich bringen. Anders sieht dies aber aus, wenn man sensible Systeme betrachtet, die von exakten Zeitmessungen abhängig sind. Hier müssen die integrierten Uhren extrem genau auf die weltweit definierten Zeit-Standards abgestimmt sein.
Die Forschungsarbeit weist außerdem auf eine bemerkenswerte Tatsache hin: Die negative Schaltsekunde wäre eigentlich schon vor dem Jahr 2029 notwendig. Die Beschleunigung der Erdrotation wurde allerdings durch Effekte der Erderwärmung gebremst. Denn ein Teil des Wassers, das sich in den Polarregionen als Eis sammelte, ist bereits abgetaut und hat sich in Form flüssigen Wassers rund um die Erde verteilt, was Einfluss auf den Drehimpuls hatte.
Siehe auch:
Erstmals weniger
Zum ersten Mal in der Geschichte werden die Zeitmesser der Welt in einigen Jahren möglicherweise eine Sekunde zurückgestellt müssen, weil sich die Erde ein wenig schneller dreht als früher. Laut einer Studie, die am Mittwoch in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, könnten die Uhren um das Jahr 2029 eine Sekunde überspringen - das wäre dann eine sogenannte negative Schaltsekunde."Dies ist eine noch nie dagewesene Situation und eine große Sache", erklärte der Hauptautor der Studie, Duncan Agnew, Geophysiker an der Scripps Institution of Oceanography an der University of California in San Diego. "Es handelt sich nicht um eine riesige Veränderung der Erdrotation, die zu einer Katastrophe führen wird, aber es ist etwas Bemerkenswertes. Es ist ein weiteres Indiz dafür, dass wir uns in einer sehr ungewöhnlichen Zeit befinden."
Für den Alltag der allermeisten Menschen wird dies natürlich keine spürbaren Auswirkungen mit sich bringen. Anders sieht dies aber aus, wenn man sensible Systeme betrachtet, die von exakten Zeitmessungen abhängig sind. Hier müssen die integrierten Uhren extrem genau auf die weltweit definierten Zeit-Standards abgestimmt sein.
Klima-Erhitzung bremst etwas
Eines der bekanntesten Beispiele für solche Anwendungen ist die Satellitennavigation. Hier kommt es darauf an, dass die Empfänge auf der Erde Signale von den Satelliten erhalten, die auf winzigste Sekundenbruchteile aufeinander abgestimmt sind - denn aus den Signallaufzeiten werden hier die Standorte auf der Erde berechnet. Hier wären selbst Uhren, die um eine Sekunde falsch gehen, schlicht eine Katastrophe.Die Forschungsarbeit weist außerdem auf eine bemerkenswerte Tatsache hin: Die negative Schaltsekunde wäre eigentlich schon vor dem Jahr 2029 notwendig. Die Beschleunigung der Erdrotation wurde allerdings durch Effekte der Erderwärmung gebremst. Denn ein Teil des Wassers, das sich in den Polarregionen als Eis sammelte, ist bereits abgetaut und hat sich in Form flüssigen Wassers rund um die Erde verteilt, was Einfluss auf den Drehimpuls hatte.
Zusammenfassung
- Einführung negativer Schaltsekunden durch schnellere Erdrotation
- Erste mögliche Rückstellung der Weltzeituhren um eine Sekunde bis 2029
- Studie von Duncan Agnew hebt ungewöhnliche Beschleunigung hervor
- Keine direkten Alltagsauswirkungen, aber wichtig für sensible Systeme
- Satellitennavigation benötigt exakte Zeitmessung für korrekte Standorte
- Negative Schaltsekunde schon früher nötig, aber durch Erderwärmung verzögert
- Eisschmelze und Wasserumverteilung beeinflussen Erdrotation und Drehimpuls
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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