Zu wenig IT-Fachkräfte: Informatik-Abbrecher und Rassismus bremsen

Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft werden immer mehr IT-Fachkräfte benötigt. Allerdings kommen seit Jahren nicht genug neue Nach und die Branche sucht händeringend Personal. Die politische Entwicklung macht aber auch das Anwerben im Ausland schwer.
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Hoffen auf Quereinsteiger

Laut den Daten des Branchenverbandes Bitkom gibt es aktuell bundesweit rund 149.000 Stellen für IT-Experten, die aktuell unbesetzt sind. Dies seien noch einmal 12.000 mehr als vor einem Jahr und somit ein neuer Rekordwert. Die Angaben beruhen unter anderem auf Befragungen von 853 repräsentativ ausgewählten Unternehmen.

"Der Mangel an IT-Fachkräften besteht in Deutschland unabhängig von Konjunkturzyklen und ist ein systemisches Problem der deutschen Wirtschaft. Zu wenig Fachkräfte und zu viel Regulierung bremsen das digitale Deutschland", sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. "Davon ist neben den Unternehmen zunehmend auch die öffentliche Verwaltung betroffen, die unbedingt mehr Digitalkompetenz braucht."

Der Mangel hat verschiedene Ursachen. Ein Problem sieht der Bitkom unter anderem darin, dass die Abbrecherquote in Informatik-Studiengängen dauerhaft über 50 Prozent liegt. Die Zahl der Absolventen steigt zwar, doch wird man den Bedarf dadurch nicht decken können. Daher setzt die Branche zunehmend auch auf Quereinsteiger, die bereits rund ein Viertel der Stellen besetzen und beispielsweise durch Programmier-Bootcamps für Hobby-Entwickler von Unternehmen entdeckt werden.

Zusammenfassung
  • Digitalisierung erfordert mehr IT-Fachkräfte; Nachwuchs fehlt
  • Bitkom meldet 149.000 unbesetzte IT-Stellen in Deutschland
  • IT-Fachkräftemangel betrifft Wirtschaft und öffentliche Verwaltung
  • Abbrecherquote bei Informatik-Studiengängen über 50 Prozent
  • Quereinsteiger besetzen ein Viertel der IT-Stellen
  • Rekrutierung aus dem Ausland durch Bürokratie und Rassismus erschwert
  • Deutsche Unternehmen zahlen im internationalen Vergleich schlecht

Programmierer sollen Deutsch können

Die immer wieder angeschobene Rekrutierung von Fachleuten im Ausland gerät auch immer wieder ins Stocken. Potenzielle Interessenten bekommen oft zu wenig Informationen oder werden durch einen zu hohen bürokratischen Aufwand ausgebremst. Hinzu kommt aber auch, dass rassistische Diskurse immer stärker in die Mitte der Gesellschaft rücken. "Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sind nicht nur menschenverachtend, sie schaden auch der deutschen Wirtschaft, und zwar massiv", so Wintergerst.

Es gibt aber durchaus auch Probleme auf Seiten der Unternehmen, die es ihnen schwierig machen, Personal zu finden. Hier steht die Frage des Gehalts ganz oben auf der Liste. Insbesondere im internationalen Vergleich zahlen deutsche Firmen meist nicht besonders gut. Schwierig ist es in der Branche allerdings auch, wenn Unternehmen von ihren Programmierern erwarten, dass diese Deutsch sprechen - das ist in einem Sektor, der wie wohl kein zweiter weltweit auf einer englischen Basis beruht, oft eine überzogene Erwartung.

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