Fachkräfte gesucht: China startet neues Visum für Naturwissenschaftler
China plant, seine technologische Aufholjagd noch weiter zu befeuern und viele Wissenschaftler aus aller Welt ins Land locken. Die Regierung in Peking hat jetzt sogar ein komplett neues Visum eingeführt, um diesen die Einreise zu erleichtern.
Bislang mussten ausländische Fachkräfte im Forschungsbereich bereits vor der Einreise eine Stelle nachweisen, um ein Arbeitsvisum zu erhalten. Mit dem K-Visum fällt diese Hürde weg. Offiziell wurde das Programm eigentlich schon am 1. Oktober gestartet, die Möglichkeit zur Antragstellung gibt es in der Praxis allerdings noch nicht.
Nach bisherigen Informationen sollen Kriterien wie Alter, Bildungsgrad und Berufserfahrung eine Rolle spielen. Bewerben können sich ausländische Forscher, Lehrende oder Studierende, die einen Hochschulabschluss in einem STEM-Fach besitzen - insbesondere, wenn sie an einer renommierten Universität in China oder im Ausland studiert haben.
Fachleute sehen in dem Schritt ein deutliches Signal. "China macht ernst damit, die klügsten Köpfe im MINT-Bereich anzulocken", sagt Jeremy Neufeld, Direktor für Migrationspolitik beim Thinktank Institute for Progress in Washington D.C. Länder wie Südkorea oder Singapur haben bereits ähnliche Programme eingeführt, um im globalen Wettbewerb um wissenschaftliche Talente mithalten zu können.
Nach Ansicht von Lu Fengming von der Australian National University markiert das K-Visum einen "großen Schritt nach vorn". Dass Forschende ohne festen Arbeitgeber ins Land kommen dürfen, sei für das chinesische Einwanderungssystem außergewöhnlich. Tatsächlich liegt der Anteil von Ausländern in China bislang deutlich unter dem international üblichen Niveau: 2023 machten sie laut Daten des Personalberaters Direct HR nur 0,05 Prozent der Bevölkerung aus, verglichen mit 4,9 Prozent in Südkorea und 14,3 Prozent in den USA. Schätzungen zufolge arbeiten in China zwischen 5.000 und 10.000 ausländische Forschende mit Doktortitel, während es in den Vereinigten Staaten über 100.000 sind.
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Einreise auch ohne Stelle
Mit dem neu gestarteten K-Visum will die Regierung vor allem junge Forscher aus den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik (STEM) anlocken. Fachkräfte aus diesen Bereichen können erstmals ohne die bisher notwendige Arbeitsplatzzusage ins Land kommen, berichtet Nature.Bislang mussten ausländische Fachkräfte im Forschungsbereich bereits vor der Einreise eine Stelle nachweisen, um ein Arbeitsvisum zu erhalten. Mit dem K-Visum fällt diese Hürde weg. Offiziell wurde das Programm eigentlich schon am 1. Oktober gestartet, die Möglichkeit zur Antragstellung gibt es in der Praxis allerdings noch nicht.
Nach bisherigen Informationen sollen Kriterien wie Alter, Bildungsgrad und Berufserfahrung eine Rolle spielen. Bewerben können sich ausländische Forscher, Lehrende oder Studierende, die einen Hochschulabschluss in einem STEM-Fach besitzen - insbesondere, wenn sie an einer renommierten Universität in China oder im Ausland studiert haben.
Fachleute sehen in dem Schritt ein deutliches Signal. "China macht ernst damit, die klügsten Köpfe im MINT-Bereich anzulocken", sagt Jeremy Neufeld, Direktor für Migrationspolitik beim Thinktank Institute for Progress in Washington D.C. Länder wie Südkorea oder Singapur haben bereits ähnliche Programme eingeführt, um im globalen Wettbewerb um wissenschaftliche Talente mithalten zu können.
Kontrapunkt zur USA
Die Volksrepublik will mit dem neuen Visum unter anderem ihre Position in strategisch wichtigen Zukunftsfeldern wie künstlicher Intelligenz, Robotik und neuen Materialien stärken. "Während die USA ihre Förderung von Wissenschaft teilweise zurückfahren, sieht China eine Chance, führende Forscherinnen und Forscher - vor allem aus der Grundlagenforschung - für sich zu gewinnen", erklärt Yuen Yuen Ang, Politökonomin an der Johns-Hopkins-Universität.Nach Ansicht von Lu Fengming von der Australian National University markiert das K-Visum einen "großen Schritt nach vorn". Dass Forschende ohne festen Arbeitgeber ins Land kommen dürfen, sei für das chinesische Einwanderungssystem außergewöhnlich. Tatsächlich liegt der Anteil von Ausländern in China bislang deutlich unter dem international üblichen Niveau: 2023 machten sie laut Daten des Personalberaters Direct HR nur 0,05 Prozent der Bevölkerung aus, verglichen mit 4,9 Prozent in Südkorea und 14,3 Prozent in den USA. Schätzungen zufolge arbeiten in China zwischen 5.000 und 10.000 ausländische Forschende mit Doktortitel, während es in den Vereinigten Staaten über 100.000 sind.
Zusammenfassung
- China führt K-Visum für MINT-Fachkräfte ohne Arbeitsplatzzusage ein
- Visum zielt auf Forscher aus Naturwissenschaften, Technik und Mathematik ab
- Hochschulabschluss in STEM-Fächern von renommierten Universitäten erforderlich
- Maßnahme soll strategisch wichtige Bereiche wie KI und Robotik stärken
- Bisher machen Ausländer nur 0,05 Prozent der chinesischen Bevölkerung aus
- Mit dem Programm will China im globalen Wettbewerb um Talente mithalten
- Experten sehen darin einen bedeutenden Schritt im Einwanderungssystem Chinas
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