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Deal durch, doch FTC will Microsofts Activision-Kauf rückgängig machen

Eigentlich konnte Microsoft die Übernahme des Spielegiganten Activision Blizzard King bereits Mitte Oktober endlich erfolgreich abschließen. Die US-Handels­auf­sicht FTC will dennoch einen neuen Versuch starten, um den Deal doch noch irgendwie rückgängig zu machen.
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FTC will Argumente in Berufungsverfahren vorlegen

Normalerweise würde man davon ausgehen, dass die Federal Trade Commission (FTC), also die Handelsaufsicht der US-Regierung, nach der Niederlage in dem von ihr angestrengten Gerichtsverfahren gegen die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft Ruhe geben würde. Anscheinend will die FTC aber erneut versuchen, den Deal zu stoppen, obwohl der Kauf eigentlich schon seit dem 13. Oktober 2023 als besiegelt gilt.

Die FTC will laut der Nachrichtenagentur Reuters nun vor einem Berufungsgericht in Kalifornien erklären, dass die im ursprünglichen Verfahren zuständige Richterin zu hohe Standards angesetzt habe, als sie von der FTC tatsächliche Beweise für die Behauptung verlangte, Microsofts Übernahme von Activision würde den Wettbewerb behindern. Normalerweise hätten ernst zu nehmende Bedenken der Behörde als Hinderungsgrund ausreichen müssen, so die Argumentation.


Von der FTC zu viel verlangt, von Microsoft zu wenig?

Außerdem will die FTC laut dem Bericht erklären, dass sich das Gericht bei seiner Entscheidung, den Deal zuzulassen, nicht darauf hätte verlassen dürfen, dass Microsoft mit konkurrierenden Anbieter von Cloud-Diensten Verträge über die Vermarktung seiner Spiele abschließt und so eine Verzerrung des Wettbewerbs verhindert wird.

Die FTC hatte bereits im Dezember 2022 gegen die schon im Januar des gleichen Jahres angekündigte Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft geklagt. Die Behörde behauptete damals, die durch den Zukauf gebündelte Marktmacht würde für eine zu starke Dominanz von Microsoft bei Abonnement-Diensten und Spiele-Streaming-Angeboten sorgen.

Außerdem hatte man, ebenso wie Hauptkonkurrent Sony, behauptet, die Redmonder würden künftig verhindern, dass besonders beliebte Spiele-Franchises auf Plattformen von Drittanbietern verfügbar sein würden. Microsoft hatte stets beteuert, dass man, wenn überhaupt, eher dafür sorgen wolle, mit den Spielen mehr Plattformen und damit ein breiteres Publikum als zuvor zu bedienen.

Im Widerspruchsverfahren will Microsoft nun argumentieren, dass es der FTC nie gelungen sei, die vom Gericht verlangten Beweise für eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs durch den Kauf von Activision Blizzard vorzulegen.

Zusammenfassung
  • Microsoft schloss Übernahme von Activision Blizzard im Oktober ab
  • US-Handelsaufsicht FTC strebt Anfechtung des Deals an
  • FTC sieht zu hohe Beweisforderung durch Gericht als Fehler
  • Behörde kritisiert Gerichtsvertrauen in Microsofts Fairness
  • FTC klagte schon 2022 gegen Microsofts Marktmachtausbau
  • Befürchtungen über Exklusivität von Spielen auf Microsoft-Plattformen
  • Microsoft verteidigt Deal, sieht keine Wettbewerbsbeeinträchtigung

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