Ladepunkte bremsen E-Auto-Wachstum nicht:
Es gibt ein Überangebot
Der Branchenverband der Energiewirtschaft BDEW verwahrt sich gegen das immer wieder vorgebrachte Argument, der Umstieg auf die Elektromobilität werde durch die zu geringe Zahl an Lademöglichkeiten gebremst. In Wahrheit gebe es derzeit ein Überangebot.
Die Auslastung der verfügbaren Ladepunkte unterscheidet sich regional in der genannten Spanne. Im Durchschnitt waren die öffentlichen Ladepunkte zu 11,6 Prozent der Zeit belegt. Selbst tagsüber - zwischen 9 und 20 Uhr - lag die durchschnittliche Belegung nie über 20 Prozent, so die Daten, die der Verband mithilfe seiner Mitglieder erhebt.
Die Politik hatte vor einiger Zeit einmal ein Ziel von 1 Million Ladepunkten definiert. Diese Menge wurde als nötig angesehen, um zukünftig ausreichend Stationen verfügbar zu haben, wenn die Mehrheit der Autos auf den Straßen elektrisch unterwegs ist. Diese Zielsetzung habe laut Andreae die technische Entwicklung aber nicht berücksichtigt. "Seit 2019 hat sich die Ladeleistung bei Fahrzeugen und Ladesäulen verdreifacht und es können deutlich mehr Fahrzeuge je Ladesäule versorgt werden", erklärte sie.
Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2023 über 220.000 E-Pkw neu zugelassen. Das ist eine Steigerung von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hindernis für ein noch schnelleres Wachstum seien laut Umfragen vor allem die hohen Fahrzeug-Preise und die langen Lieferzeiten.
Siehe auch:
Auslastung ist relativ gering
Es sei keineswegs so, dass sich die Fahrer von Elektroautos um einen Platz an einer öffentlichen Ladesäule streiten müssten. "Die gute Nachricht ist: Wir haben ein Überangebot an Lademöglichkeiten", so Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Die Belegung bei den öffentlichen Ladesäulen zwischen 3 und 25 Prozent zeigt klar, dass mehr als genug Ladesäulen bereitstehen. In der Regel sind rund 80 Prozent der Ladepunkte trotz der erfreulich vielen Neuzulassungen frei verfügbar."Die Auslastung der verfügbaren Ladepunkte unterscheidet sich regional in der genannten Spanne. Im Durchschnitt waren die öffentlichen Ladepunkte zu 11,6 Prozent der Zeit belegt. Selbst tagsüber - zwischen 9 und 20 Uhr - lag die durchschnittliche Belegung nie über 20 Prozent, so die Daten, die der Verband mithilfe seiner Mitglieder erhebt.
Die Politik hatte vor einiger Zeit einmal ein Ziel von 1 Million Ladepunkten definiert. Diese Menge wurde als nötig angesehen, um zukünftig ausreichend Stationen verfügbar zu haben, wenn die Mehrheit der Autos auf den Straßen elektrisch unterwegs ist. Diese Zielsetzung habe laut Andreae die technische Entwicklung aber nicht berücksichtigt. "Seit 2019 hat sich die Ladeleistung bei Fahrzeugen und Ladesäulen verdreifacht und es können deutlich mehr Fahrzeuge je Ladesäule versorgt werden", erklärte sie.
15 Mio. E-Autos
Trotzdem würden die Betreiber aus der Energiewirtschaft den Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter voranbringen. Die Branche will aber auf keinen Fall weiter als bremsendes Element dargestellt werden. "Aus unserer Sicht gibt es jetzt keine Ausreden mehr, warum die Elektromobilität nicht in dem Maße wachsen sollte, wie sie es zur Erreichung der Klimaziele notwendig wäre und industriepolitisch geboten ist", sagte die Verbandschefin und forderte "15 Millionen-E-Auto-Strategie, die gezielt auf die Fahrzeugseite ausgerichtet sein sollte".Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2023 über 220.000 E-Pkw neu zugelassen. Das ist eine Steigerung von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hindernis für ein noch schnelleres Wachstum seien laut Umfragen vor allem die hohen Fahrzeug-Preise und die langen Lieferzeiten.
Zahlen bitte!
Insgesamt sind damit aktuell etwas mehr als 1,2 Millionen batterieelektrische PKW in Deutschland zugelassen. Diesen stehen bundesweit über 100.000 öffentliche Ladepunkte mit insgesamt 4,5 Gigawatt installierter Ladeleistung zur Verfügung. Bei der Leistung liegt die deutsche Ladeinfrastruktur damit etwa beim doppelten dessen, was in den EU-Vorgaben mindestens erreicht sein soll.
Zusammenfassung
- BDEW weist Kritik an fehlenden Lademöglichkeiten für E-Autos zurück
- Überangebot an Ladesäulen, Auslastung zwischen 3 und 25 Prozent
- Politisches Ziel von 1 Million Ladepunkten laut BDEW überholt
- Entwicklung erlaubt Versorgung mehrerer Fahrzeuge pro Ladesäule
- Energiewirtschaft treibt Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter voran
- Im ersten Halbjahr 2023 über 220.000 E-Pkw neu zugelassen
- Über 1,2 Millionen E-PKW in Deutschland, 100.000 öffentl. Ladepunkte.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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