Über 100.000 elektronische Krankmeldungen landeten am falschen Ziel
Die Umstellung von Papier-Prozessen auf eine elektronische Kommunikation wird immer wieder durch banale Fehler behindert. Aktuell betrifft dies die elektronische Übermittlung von Krankschreibungen, die in großer Zahl am falschen Ziel ankamen.
Die Abwicklung der Kommunikation läuft in diesem Fall über den Dienst Kommunikation im Medizinwesen (KIM), der von der Gematik entwickelt und betrieben wird. Das System befreit kranke Beschäftigte, nach dem Arztbesuch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) an ihren Arbeitgeber und die Krankenkasse zu schicken. Inzwischen läuft es so, dass die Arztpraxis automatisch die Krankenkasse informiert und diese dann eine entsprechende Notiz an den Arbeitgeber weiterleitet.
Wie die Gematik jetzt einräumte, hat das aber in mindestens einem Fall nicht funktioniert. Betroffen davon sind 116.466 elektronische AU, die eigentlich von den jeweiligen Ärzten an die AOK Niedersachsen übermittelt werden sollten. Statt bei der Krankenkasse schlugen all diese Meldungen aber seit September 2022 für einige Zeit auf dem KIM-Rechner einer einzelnen Arztpraxis auf.
Die Gematik sieht die Schuld für den Vorfall allerdings nicht bei sich. "Grund für die Fehlleitung ist wahrscheinlich eine fehlerhafte Implementierung in Praxisverwaltungssystemen von einigen Herstellern", hieß es. Um weitere Fehlleitungen zu unterbinden, seien unmittelbar nach Bekanntwerden des Problems die betroffenen KIM-Adressen aus dem Verzeichnisdienst entfernt worden. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.
Siehe auch:
Wie die Gematik jetzt einräumte, hat das aber in mindestens einem Fall nicht funktioniert. Betroffen davon sind 116.466 elektronische AU, die eigentlich von den jeweiligen Ärzten an die AOK Niedersachsen übermittelt werden sollten. Statt bei der Krankenkasse schlugen all diese Meldungen aber seit September 2022 für einige Zeit auf dem KIM-Rechner einer einzelnen Arztpraxis auf.
Fehler fiel spät auf
Aufgefallen ist das erst nach einiger Zeit, als der Rechner der Arztpraxis begann, immer schlechter zu funktionieren. Bei einer Überprüfung entdeckte man dann die riesige Zahl eingehender Mitteilungen. Bei der Gematik spricht man davon, dass hier nicht von einem gravierenden Datenschutzproblem ausgegangen werden muss, da die Nachrichten auf dem Rechner der Arztpraxis wohl nicht geöffnet werden konnten.Die Gematik sieht die Schuld für den Vorfall allerdings nicht bei sich. "Grund für die Fehlleitung ist wahrscheinlich eine fehlerhafte Implementierung in Praxisverwaltungssystemen von einigen Herstellern", hieß es. Um weitere Fehlleitungen zu unterbinden, seien unmittelbar nach Bekanntwerden des Problems die betroffenen KIM-Adressen aus dem Verzeichnisdienst entfernt worden. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.
Zusammenfassung
- 116.466 elektronische AU wurden an falsche Adresse geschickt.
- Grund wohl fehlerhafte Implementierung in Praxisverwaltungssystemen.
- BfDI wurde über den Vorfall informiert.
- Gematik betreibt den Dienst Kommunikation im Medizinwesen (KIM).
- Betroffene Adressen wurden aus Verzeichnis entfernt.
- Kein Datenschutzproblem, da Nachrichten nicht geöffnet werden konnten.
Siehe auch:
- Google Lens erkennt Hautkrankheiten: Große Updates für Bilder-Suche
- Von Sperma inspiriert: Mikroroboter erkennt und entfernt kranke Zellen
- Kabosu: Der berühmteste Hund des Internets ist inzwischen todkrank
- Private Krankenversicherungen starten die Smartphone-"Chipkarte"
- "Zwangs-Digitalisierung": Telefonische Krankschreibung weiter möglich
Thema:
Beliebte Downloads
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
Ich empfehle ...
Meist kommentierte Nachrichten
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen