IT-Sicherheit: Lidl-Schwesterfirma schockt die deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft hat dieser Tage wichtige IT-Si­cher­heits­hin­wei­se vom Lebensmittel-Discounter Lidl erhalten. In dem zu­grun­de­lie­gen­den Bericht zeigten sich gravierende Pro­ble­me, mit denen die Vertreter anderer Unternehmen so auch nicht rechneten.
Sicherheit, Internet, Laptop, Hacker, Security, Kriminalität, Cybersecurity, Cybercrime, Hacking, Hackerangriff, Internetkriminalität, Code, Programmierer, Coder, Sicherheitsexperten, Person, Sicherheitsexperte
Lidl ist gemeinsam mit der Kaufland-Kette in der Schwarz-Gruppe zusammengeschlossen. Der Dach-Konzern begann schon vor einiger Zeit damit, nicht mehr nur seine Einzelhandels-Filialen zu betreiben, sondern setzte zunehmend auch auf IT-Dienste und Cloud-Services. Im Zuge dessen hatte man auch das israelische Security-Unternehmen XM Cyber aufgekauft, dessen Experten eine umfassende Analyse der Lage anfertigten und diese nun auf einer Sicherheitskonferenz vorstellte.

Viele Vertreter anderer Unternehmen, die an dem Event teilnahmen, zeigten sich anfangs noch zuversichtlich, dass sie hinsichtlich der IT-Security auf einem guten Stand operieren, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. So sehen sich zwar viele Firmen gut gegen Angriffe gerüstet, sobald sie ins Visier geraten. Die Konzepte sehen im Wesentlichen aber vor allem vor, im Notfall richtig zu reagieren - nicht aber, die Risiken bereits im Vorfeld so gut es geht zu senken.


Offen wie Scheunentore

Entsprechend sahen die Ergebnisse aus, die die XM Cyber-Spezialisten präsentierten. Sie konnten beispielsweise zeigen, dass persönliche Daten bis hin zu Passwörtern der Vorstandsmitglieder verschiedener namhafter deutscher Unternehmen problemlos im Darknet zu bekommen waren. Bei einigen konnten sogar die Accounts bei Glücksspiel- oder Porno-Seiten gefunden werden.

Aber auch die IT-Infrastrukturen der großen Firmen und Organisationen sind vielfach leicht angreifbar. Bei der Suche nach Schwachstellen zeigte sich, dass beispielsweise 78 Prozent der Dax-Unternehmen und neun der zehn größten Städte des Landes in ihren Netzwerken mindestens eine ungepatchte Sicherheitslücke haben, die als hochriskant oder kritisch eingestuft werden kann. In Penetrationstests kam man in 80 Prozent der Fälle in vier Schritten zu sensiblen Firmendaten. Über alle Systeme mit Internetanbindung hinweg hatten die großen Unternehmen durchschnittlich 11.000 Schwachstellen vorzuweisen, die ein Angreifer ausnutzen könnte.

Zusammenfassung
  • XM Cyber-Experten führten eine Analyse der Sicherheitslage durch.
  • Viele Unternehmen sind nicht gegen Angriffe gerüstet.
  • Viele persönliche Daten und Passwörter sind im Darknet zu finden.
  • 78% der Dax-Unternehmen und Großstädte haben mind. eine Sicherheitslücke.
  • Penetrationstests ermöglichen Zugang zu sensiblen Firmen-Daten.
  • Über alle Systeme mit Internetanbindung sind 11.000 Schwachstellen.

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!