Sicherheitsforscher warnt alle Gmail-Nutzer vor dem "blauen Haken"

Der blaue Haken ist auf vielen Plattformen zu finden. Accounts sollen damit anzeigen können, dass ihre Identität geprüft wurde. Auch Google hatte bei Gmail vor Kurzem eine Markierung für verifizierten Accounts eingeführt. Jetzt warnt ein Forscher, dass das System missbraucht wird.
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Google Gmail-Haken: Forscher warnt vor Missbrauch

Vor ziemlich genau einem Monat konnten wir darüber berichten, dass Google "vertrauenswürdige Gmail-Adressen", die mit legitimen Unternehmen verbunden sind, ab jetzt mit einem blauen Haken markieren will. Das Unternehmen baut dabei auf einem System auf, mit dem Firmen-Accounts schon seit 2021 nach Bestätigung der Identität ein spezielles Profilbild erhalten können. Vier Wochen nach Start des Gmail-Hakens spricht jetzt der Sicherheitsforscher Chris Plummer eine klare Warnung an alle Nutzer aus.


Wie Forbes beschreibt, hat der auf Cybersecurity spezialisierte Ingenieur Anzeichen dafür gesammelt, dass Betrüger einen Weg gefunden haben, den Gmail-Verifizierungsprozess zu unterlaufen und so ihre gefälschte Marken mit einem blauen Haken versehen zu lassen. Plummer kann unter anderem eine verifizierte E-Mail vorlegen, die der neuen Markierung und dem ikonischen Schild-Symbol nach vom Versanddienstleister UPS stammt. Besonders peinlich für Google: Nach Meldung an den Konzern hatte der diese mit der Begründung abgelehnt, dass das System "wie erwartet" funktioniere.

So leicht ließ sich Plummer aber nicht von dem Konzern abschütteln und machte seine Entdeckung unter großer Aufmerksamkeit auf Twitter publik - und prompt meldete sich Google bei ihm zurück. Man werde den Fall jetzt genauer untersuchen. "Wir entschuldigen uns nochmals für die Verwirrung und verstehen, dass unsere erste Antwort vielleicht frustrierend war", so der Konzern reumütig.

Dass der Sicherheitsforscher hier zurecht mit Nachdruck eine Reaktion des Konzerns eingefordert hatte, zeigt auch die interne Einordnung des Fehlers. Google führt die Lücke im Verifizierungssystem unter dem Kürzel "P1" und misst ihr damit die "höchste Priorität" bei. Aktuell ist eine Lösung des Problems aber noch "in Arbeit".

Zusammenfassung
  • Google führte einen blauen Haken für verifizierte Accounts ein.
  • Forscher entdeckte, dass Betrüger das System missbrauchen.
  • Blauen Haken für verifizierte Accounts auch an Phishing-Adressen
  • Google erklärt erst nach öffentlichem Druck, den Fall zu untersuchen.
  • Fehler erhält höchste Priorität, Lösung ist in Arbeit.

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