Alte Zöpfe sollen weg: Intel will x86-Design ohne 16- und 32-Bit bringen
Der Chiphersteller Intel plant eine Vereinfachung seiner x86-Architektur. Alte Elemente, die man seit Jahrzehnten aus Kompatibilitätsgründen mit sich schleppt, sollen nun entfernt und die Leistung dadurch deutlich verbessert werden.
Den Vorschlag für die sogenannte x86S-Architektur haben Intel-Ingenieure im Entwickler-Blog unterbreitet, wie das Magazin The Register berichtet. Hier geht es im Kern darum, die noch immer vorhandenen Bestandteile alter 16-Bit- und 32-Bit-Designs aus dem Chip zu werfen. Dadurch sollen insbesondere die initialen Schritte einer Berechnung deutlich beschleunigt werden, weil weniger Module durchlaufen werden müssen.
Traditionell werden bisher beim Start des Betriebssystems verschiedene Übergänge durchlaufen: Erst kommt der 16-Bit-Real-Mode, dann der 32-Bit-Protected-Mode und schließlich der 64-Bit-Long-Mode. Eine Vereinfachung ist möglich, indem direkt von 16- auf 64-Bit gesprungen wird. Kommende x86S-Prozessoren sollen allerdings in der Lage sein, direkt im 64-Bit-Modus zu booten.
Es gibt durchaus noch andere Betriebssysteme - vor allem natürlich DOS sowie Windows 95 und 98, die mit dem Wegfall des 16-Bit-Modus nicht mehr kompatibel wären. Doch diese lassen sich auf Rechnern mit UEFI ohnehin nicht mehr einsetzen. Etwas dichter an der heutigen Nutzung wäre man dann noch beim 32-Bit-Modul, dessen Wegfall auch Virtualisierungen mit einem x86-32-Hypervisor unmöglich machen würden. Doch wer kann, setzt ohnehin längst auf 64-Bit-Hypervisor, die unter anderem wesentlich mehr Arbeitsspeicher bereitstellen können. Außerdem wird es immerhin noch möglich sein, 32-Bit-Betriebssysteme trotzdem in einer virtualisierten Umgebung laufen zu lassen, hieß es.
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Traditionell werden bisher beim Start des Betriebssystems verschiedene Übergänge durchlaufen: Erst kommt der 16-Bit-Real-Mode, dann der 32-Bit-Protected-Mode und schließlich der 64-Bit-Long-Mode. Eine Vereinfachung ist möglich, indem direkt von 16- auf 64-Bit gesprungen wird. Kommende x86S-Prozessoren sollen allerdings in der Lage sein, direkt im 64-Bit-Modus zu booten.
Dürfte kaum auffallen
Der Zeitpunkt für das Abschneiden einiger alter Zöpfe ist im Grunde ideal. Es gehörte für Intel zwar immer zum Selbstverständnis, möglichst umfassend abwärtskompatibel zu bleiben, doch würden die Auswirkungen des geplanten Schrittes sich deutlich im Rahmen halten. Ein Teil der Änderungen würde erst einmal dafür sorgen, dass Elemente verschwinden, die im Grunde nur von zwei Betriebssystemen genutzt wurden: IBM OS/2 und Novell Netware. Wer zukünftig einen neuen Computer kauft, dürfte die beiden wohl kaum vermissen.Es gibt durchaus noch andere Betriebssysteme - vor allem natürlich DOS sowie Windows 95 und 98, die mit dem Wegfall des 16-Bit-Modus nicht mehr kompatibel wären. Doch diese lassen sich auf Rechnern mit UEFI ohnehin nicht mehr einsetzen. Etwas dichter an der heutigen Nutzung wäre man dann noch beim 32-Bit-Modul, dessen Wegfall auch Virtualisierungen mit einem x86-32-Hypervisor unmöglich machen würden. Doch wer kann, setzt ohnehin längst auf 64-Bit-Hypervisor, die unter anderem wesentlich mehr Arbeitsspeicher bereitstellen können. Außerdem wird es immerhin noch möglich sein, 32-Bit-Betriebssysteme trotzdem in einer virtualisierten Umgebung laufen zu lassen, hieß es.
Zusammenfassung
- Intel plant Vereinfachung der x86-Architektur: Entfernung von 16- & 32-Bit-Designs.
- IBM OS/2, Novell Netware, DOS, Windows 95 & 98 nicht mehr kompatibel.
- Virtualisierungen mit x86-32-Hypervisor nicht mehr möglich.
- 32-Bit-Systeme können trotzdem in virtueller Umgebung laufen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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