Smartphones lassen Jugendliche später zu Hause ausziehen

Die Einführung von Smartphones führte laut einer Psychologie-Professorin zu den größten Verhaltensänderungen von Heranwachsenden, die in der Geschichte der Menschheit registriert werden konnten.
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Jean Twenge von der San Diego State University geht es keineswegs um eine generelle Verteufelung digitaler Systeme, wie man es oft findet. Allerdings verweist sie aufgrund ihrer Erforschung des Themas darauf, das wohl vor allem die umfassende Nutzung von Social-Media-Plattformen zu gravierenden Veränderungen bei der Entwicklung Jugendlicher und junger Erwachsener führt, berichtet der US-Sender CNN.

Zwölftklässler ähneln demnach heute eher den Achtklässlern früherer Generationen und warten länger, um an Aktivitäten teilzunehmen, die mit Unabhängigkeit und Erwachsensein verbunden sind, so Twenge. Sie gehen seltener mit Freunden aus, fahren weniger Auto oder trinken weniger Alkohol als Zwölftklässler der vorhergehenden Generation. Sie liegen stattdessen länger in ihren Betten und scrollen durch endlose Social-Media-Feeds. Die Risiken für die Gesundheit sind dadurch zwar erst einmal niedriger - was allerdings die langfristige geistige und mentale Gesundheit angeht, gibt es ein großes Fragezeichen.


Ein klarer Bildungsauftrag

Das verzögerte Erwachsenwerden hat dabei auch direkte Auswirkungen auf die Lebensführung: Im Durchschnitt steigt das Alter, in dem Jugendliche den Haushalt der Eltern verlassen. Eltern früherer Generationen dürften aufgrund des so länger anhaltenden Konfliktpotenzials Sorgenfalten bekommen - doch zu Unrecht. Denn die Social-Media-geprägten jungen Menschen erweisen sich auch als weniger rebellisch und toleranter als ihre Vorgänger.

Auch wenn die Ergebnisse der Untersuchungen Twenges recht differenziert und keinesfalls hauptsächlich negativ sind, läuft das Fazit am Ende doch darauf hinaus, dass es zumindest deutlich größerer Anstrengungen bedarf, um die Jugendlichen und auch Kinder mit mehr Medienkompetenz auszustatten. Denn nur das könne letztlich wirklich dazu führen, dass die digitalen Plattformen eine halbwegs gesunde Rolle in der Entwicklung spielen.

Zusammenfassung
  • Smartphones führen zu großen Verhaltensänderungen bei Heranwachsenden.
  • Zwölftklässler ähneln heute Achtklässlern früherer Generationen.
  • Weniger Ausgehen, Autofahren und Alkoholkonsum.
  • Mehr Zeit im Bett und Social-Media-Nutzung.
  • Verzögertes Erwachsenwerden und längeres Verweilen im Elternhaus.
  • Weniger rebellisch und toleranter als frühere Generationen.

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