Rotes Kreuz will, dass Shooter-Gamer "nach den Regeln" spielen
Shooter sind aus unseren Leben nicht mehr wegzudenken, Millionen verbringen damit die Freizeit. Und das ist auch gut, dass sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Doch das bedeutet nicht, dass man sie unreflektiert und ohne Regeln nutzen sollte, meint das Rote Kreuz.
Es gibt wieder eine Gewaltdiskussion rund um Shooter. Allerdings ist diese fundamental anders als seinerzeit bzw. als sich Politik und Boulevard in Deutschland über sogenannte "Killerspiele" empörten. Denn das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) hat sich mit einer Reihe an namhaften Twitch-Streamern zusammengetan, um das Bewusstsein zu schärfen, dass derartige Spiele einen realen Hintergrund haben bzw. haben können.
Auf der dazugehörigen Webseite schreibt das Rote Kreuz dazu: "Jeden Tag spielen Menschen vom Sofa aus Games, die in Konfliktgebieten spielen. Aber gerade jetzt sind bewaffnete Konflikte häufiger denn je. Und für die Menschen, die unter ihren Auswirkungen leiden, ist dieser Konflikt kein Spiel. Er zerstört Leben und hinterlässt zerstörte Gemeinschaften. Deshalb fordern wir Sie auf, FPS nach den wahren Regeln des Krieges zu spielen, um allen zu zeigen, dass auch Kriege Regeln haben - Regeln, die die Menschheit auf den Schlachtfeldern in der Realität schützen."
Auf der Webseite werden diese Regeln auch erklärt, dazu liefert man auch den Hintergrund bzw. die dazugehörige Regel im Kriegsvölkerrecht.
Siehe auch:
Nichts gegen Shooter, aber Kriege haben Regeln
Das Rote Kreuz will die Gamer daran erinnern, dass reale Kriege ihre Regeln haben und deren Verstoß ein Kriegsverbrechen darstellen kann (via Kotaku). Das macht man durchaus ohne erhobenen Zeigefinger. Das ICRC hat hierfür sogar einen eigenen Fortnite-Modus erschaffen, um auf die Regeln des Krieges - spielerisch - hinzuweisen.Auf der dazugehörigen Webseite schreibt das Rote Kreuz dazu: "Jeden Tag spielen Menschen vom Sofa aus Games, die in Konfliktgebieten spielen. Aber gerade jetzt sind bewaffnete Konflikte häufiger denn je. Und für die Menschen, die unter ihren Auswirkungen leiden, ist dieser Konflikt kein Spiel. Er zerstört Leben und hinterlässt zerstörte Gemeinschaften. Deshalb fordern wir Sie auf, FPS nach den wahren Regeln des Krieges zu spielen, um allen zu zeigen, dass auch Kriege Regeln haben - Regeln, die die Menschheit auf den Schlachtfeldern in der Realität schützen."
Auf der Webseite werden diese Regeln auch erklärt, dazu liefert man auch den Hintergrund bzw. die dazugehörige Regel im Kriegsvölkerrecht.
- Kein "Thirsting": Wenn ein Gegner am Boden liegt und nicht mehr reagieren kann, kann man nicht weiter auf ihn schießen. Die Regel dazu: "Kriegsgefangene müssen vor Gewalt, Einschüchterung und schlechter Behandlung geschützt werden."
- Kein Anvisieren von nicht gewalttätigen NPCs: Bots, die nicht unprovoziert schießen, gelten als Zivilisten und können nicht angegriffen oder verletzt werden. Grund: "Zivilisten dürfen nicht angegriffen werden und müssen geschützt werden."
- Keine Angriffe auf zivile Gebäude: Auf jeder Spielkarte gelten Häuser, Schulen oder Krankenhäuser als sichere Zonen, die Sie nicht beschädigen können. Wenn man in diesen Bereichen kämpft, muss man alles tun, um Schaden zu vermeiden. Regel des Krieges: "Zivile Infrastrukturen sind geschützte Bereiche."
- Medkits für alle verwenden: Wenn du ein unbenutztes Medkit hast, das bei anderen funktioniert, musst du es denjenigen geben, die es brauchen, egal ob sie freundlich oder feindlich sind. Kriegsregel: Die Kranken und Verwundeten müssen auf beiden Seiten versorgt werden.
Zusammenfassung
- Shooter sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
- Rotes Kreuz will Gamer an Regeln des Krieges erinnern.
- Kein Thirsting, kein Anvisieren von NPCs, kein Angreifen ziviler Gebäude.
- Medkits für alle, ob Freund oder Feind, verwenden.
- Rotes Kreuz erklärt Regeln auf Webseite.
- Fortnite-Modus zur Veranschaulichung.
- Keine Empörung, sondern Bewusstsein schärfen.
Siehe auch:
- IOC-Chef Thomas Bach schließt "Killerspiele" bei Olympia aus
- Amoklauf in Florida: Politiker geben 'Killerspielen' mal wieder die Schuld
- Psychologenverband: Klar sind Killerspieler potenzielle Amokläufer
- Freie Wähler fordern Verzicht auf Killerspiele
- CDU: "Killerspiele wie Crysis 2 nicht preiswürdig"
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