Forscher zur E-Fuel-Debatte:
Einsatz in PKW gar nicht sinnvoll machbar
Die Bundesregierung hat mit ihrem Manöver für E-Fuels auf EU-Ebene für dicke Luft gesorgt. Vor allem der Koalitionspartner FDP macht aus den Brennstoffen das Zündmittel für einen Streit um "Technologieoffenheit". Forscher sagen jetzt: Der Einsatz für Pkw und Lkw ergibt wenig Sinn.
Die Forscher folgen in ihrer Analyse einer klaren Wirkungskette: strombasierter Wasserstoff wird in Deutschland in einzelnen Industriezweigen wie der chemischen Industrie sowie im Flug- und Schiffsverkehr eine sehr wichtige Rolle spielen. "Hier gibt es außer der Nutzung von Wasserstoff und Syntheseprodukten kaum Alternativen", so die Forscher. Die Folge: Produktionskapazitäten für E-Fuels werden auf absehbare Zeit knapp, die Preise wegen des hohen Bedarfs der Industrie deshalb hoch sein. Für den Einsatz in Pkws und Lkws ergibt sich so eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die aus Sicht der Forscher nicht aufgeht.
Zu guter Letzt wenden sich die Forscher auch direkt gegen das Lieblingsargument vieler E-Fuel-Befürworter. Die kurz- und mittelfristige Markteinführung sei zwar aktuell nicht sinnvoll machbar, die langfristige "Technologieoffenheit bei Fahrzeugen" werde deshalb aber nicht automatisch beschränkt.
Siehe auch:
E-Fuels: Kein sinnvoller Weg zur Markteinführung im Straßenverkehr
Es ist ein klares Urteil, das die Forscher des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in ihrem "Diskussionspapier E-Fuels" vorlegen (via heise). Die Bundesregierung hat den synthetischen Kraftstoffen, erzeugt aus Ökostrom, im Modernisierungspaket zur Erreichung der Klimaneutralität im Verkehr eine wichtige Rolle zugesprochen. An geplanten Richtlinien, auf europäischer Ebene über Jahre abgestimmt, wurden dafür kurzfristig Änderungen erzwungen - zum Ärger vieler EU-Partner. Das ISI sagt jetzt: der Kampf der Regierung für den Einsatz von E-Fuels im normalen Straßenverkehr ergibt aus Sicht der Wissenschaft keinen Sinn.Die Forscher folgen in ihrer Analyse einer klaren Wirkungskette: strombasierter Wasserstoff wird in Deutschland in einzelnen Industriezweigen wie der chemischen Industrie sowie im Flug- und Schiffsverkehr eine sehr wichtige Rolle spielen. "Hier gibt es außer der Nutzung von Wasserstoff und Syntheseprodukten kaum Alternativen", so die Forscher. Die Folge: Produktionskapazitäten für E-Fuels werden auf absehbare Zeit knapp, die Preise wegen des hohen Bedarfs der Industrie deshalb hoch sein. Für den Einsatz in Pkws und Lkws ergibt sich so eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die aus Sicht der Forscher nicht aufgeht.
Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht auf
Nimmt man diese Argumente zusammen, gibt es nach Meinung des ISI gute Gründe, den von der Regierung geförderten Einsatz von E-Fuels im Straßenverkehr sehr kritisch zu hinterfragen. Relevante Mengen seien bis Ende der 2030er-Jahre nicht verfügbar, die direkte Stromnutzung in E-Autos effektiver und günstiger. Auch der Aufbau der zusätzlich nötigen Infrastruktur für Erzeugung und Verteilung sei aus Klimaschutzaspekten nicht sinnvoll machbar.Zu guter Letzt wenden sich die Forscher auch direkt gegen das Lieblingsargument vieler E-Fuel-Befürworter. Die kurz- und mittelfristige Markteinführung sei zwar aktuell nicht sinnvoll machbar, die langfristige "Technologieoffenheit bei Fahrzeugen" werde deshalb aber nicht automatisch beschränkt.
Zusammenfassung
- Forscher des ISI: E-Fuels im Straßenverkehr nicht sinnvoll.
- Direkte Stromnutzung in E-Autos effizienter & preiswerter.
- Aufbau Infrastruktur für Erzeugung & Verteilung ineffizient.
- Kurz- & mittelfristig Markteinführung nicht machbar.
- Langfristige Technologieoffenheit nicht beschränkt.
Siehe auch:
- Porsche-Managerin: Staat soll E-Fuels so billig machen wie Diesel
- E-Fuels: Automobil-Branche lässt die FDP-Minister eiskalt auflaufen
- Porsche hat seine E-Fuels-Produktion in Chile jetzt offiziell gestartet
- Amazon startet Tests mit E-Fuels von Infinium für Lkw-Lieferflotte
- Wechsel an der VW-Spitze: Statt Elektro-Fokus sollen E-Fuels kommen
Thema:
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