Verschlüsselung: WhatsApp legt sich mit britischer Regierung an
In Großbritannien scheint es jetzt tatsächlich zu einer Machtprobe zwischen einer Regierung und einer großen Online-Plattform zu kommen: WhatsApp kündigte an, auch bei einer entsprechenden gesetzlichen Pflicht die Nachrichten-Verschlüsselung nicht aufzuheben.
Seit geraumer Zeit erfolgt die direkte Kommunikation zwischen zwei Nutzern der Plattform, geschützt durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Diese sorgt dafür, dass niemand von Außen - auch nicht WhatsApp - auf die Inhalte zugreifen kann. Das wird inzwischen als grundlegender Standard in der Online-Kommunikation angesehen, während es Sicherheitsbehörden des Öfteren ein Dorn im Auge ist.
Entsprechend wurde schon mehrfach in den unterschiedlichen Staaten darüber diskutiert, ob man diese Verschlüsselung nicht per Gesetz aushebeln könnte. Nirgends schafften es solche Ideen aber bisher wirklich in einen konkreten Gesetzgebungsprozess. Das hat sich in Großbritannien nun geändert. Eine bisher bestehende Grauzone soll aus der Welt geschafft werden, damit die Regulierungsbehörde Offcom Richtlinien zur Inhaltsmoderation durchsetzen kann, die ohne die Aufhebung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unmöglich einzuhalten wären. Wer sich weigert, kann mit Strafen von bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes belangt werden.
WhatsApp könnte auch nicht einfach nur die britischen Nutzer aus der Verschlüsselung herausnehmen. Das Feature funktioniert letztlich entweder für alle oder für keinen. "Die Realität ist, dass unsere Nutzer überall auf der Welt Sicherheit wollen", so Cathcart. "Achtundneunzig Prozent unserer Nutzer befinden sich außerhalb Großbritanniens. Sie wollen nicht, dass wir die Sicherheit des Produkts herabsetzen."
Das würde darauf hinauslaufen, dass WhatsApp sich bei einer entsprechenden Umsetzung des Gesetzes vom britischen Markt zurückzieht. Dem dürften dann wahrscheinlich auch andere Anbieter folgen, denn im Grunde setzen inzwischen alle größeren Plattformen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei der direkten Kommunikation zwischen zwei Nutzern ein.
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Entsprechend wurde schon mehrfach in den unterschiedlichen Staaten darüber diskutiert, ob man diese Verschlüsselung nicht per Gesetz aushebeln könnte. Nirgends schafften es solche Ideen aber bisher wirklich in einen konkreten Gesetzgebungsprozess. Das hat sich in Großbritannien nun geändert. Eine bisher bestehende Grauzone soll aus der Welt geschafft werden, damit die Regulierungsbehörde Offcom Richtlinien zur Inhaltsmoderation durchsetzen kann, die ohne die Aufhebung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unmöglich einzuhalten wären. Wer sich weigert, kann mit Strafen von bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes belangt werden.
Wie im Iran
Will Cathcart, der im Meta-Konzern für die WhatsApp-Sparte zuständig ist, reiste nun persönlich nach London, um mit dortigen Gesetzgebern über die Angelegenheit zu sprechen. Er bezeichnete den vorliegenden Entwurf als das besorgniserregendste Stück Gesetzgebung, das derzeit in der westlichen Welt diskutiert wird, berichtete die britische Tageszeitung The Guardian. Dass WhatsApp aufgrund der Verschlüsselung kriminalisiert wird, kenne man durchaus - aber bisher vor allem aus Ländern wie jüngst dem Iran, nicht aber in einer liberalen Demokratie.WhatsApp könnte auch nicht einfach nur die britischen Nutzer aus der Verschlüsselung herausnehmen. Das Feature funktioniert letztlich entweder für alle oder für keinen. "Die Realität ist, dass unsere Nutzer überall auf der Welt Sicherheit wollen", so Cathcart. "Achtundneunzig Prozent unserer Nutzer befinden sich außerhalb Großbritanniens. Sie wollen nicht, dass wir die Sicherheit des Produkts herabsetzen."
Das würde darauf hinauslaufen, dass WhatsApp sich bei einer entsprechenden Umsetzung des Gesetzes vom britischen Markt zurückzieht. Dem dürften dann wahrscheinlich auch andere Anbieter folgen, denn im Grunde setzen inzwischen alle größeren Plattformen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei der direkten Kommunikation zwischen zwei Nutzern ein.
Zusammenfassung
- UK will Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aushebeln, um Moderationen vorzunehmen.
- WhatsApp-Chef reist persönlich nach London, um zu protestieren.
- Er bezeichnet Entwurf als besorgniserregend.
- WhatsApp kann nicht nur britische Nutzer aus Verschlüsselung ausnehmen.
- Sollte Gesetz verabschiedet werden, droht WhatsApp mit Rückzug.
- Andere Plattformen würden wahrscheinlich folgen.
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Quasi-Standard bei Messengern.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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