Corona-Zuhausezwang bremst Pay-TV-Sterben nicht - im Gegenteil

In der klassischen Fernsehbranche hatte man gehofft, dass die Corona-Krise auch den Verfall der eigenen Nutzerbasis abbremst. Das fand allerdings nicht statt. Im Gegenteil: Den Pay-TV-Anbietern sind die Kunden noch schneller weggelaufen als vorher.
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Das zeigen zumindest aktuelle Zahlen aus den USA, wo sich der Trend wesentlich besser sehen lässt. Denn hierzulande hatte das bezahlte Fernsehen ohnehin nur einen recht begrenzten Stellenwert. Und die langen Vertragslaufzeiten lassen kurzfristige Effekte auf Kabelfernseh-Abos auch nicht so gut sehen. Allerdings gibt es kaum einen Grund zur Annahme, dass die Entwicklung hier grundlegend anders aussieht.

Als seit dem zeitigen Frühjahr zahlreiche Menschen zu Hause blieben, um das Infektionsgeschehen abzumildern, erlebten diverse Inhalte-Anbieter einen enormen Aufschwung. Das betraf sowohl die Video-Streamingdienste als auch die Gaming-Branche. Entsprechend hoffte auch die Fernsehbranche darauf, dass Verbraucher ihre Abo-Kündigungen dann doch lieber herausschieben oder ganz fallen lassen, wenn sie erst einmal wieder merken, wie wichtig der Zugang zu den kostenpflichtigen Fernsehprogrammen ihnen eigentlich ist.

Ohne Sport geht nichts

Die Marktforscher von eMarketer, die das Segment beobachten, teilten nun aber mit, dass die Abwanderung in diesem Jahr sogar noch schneller erfolgte als im vergangenen Jahr. 6 Millionen Haushalte wird die Branche demnach 2020 verlieren. Die Gesamtzahl der Kunden von Pay-TV-Anbietern ist damit binnen eines Jahres um 7,5 Prozent geschrumpft, was der stärkste Rückgang ist, der bisher überhaupt gemessen wurde.

Die Marktforscher erklären sich das vor allem damit, dass die Zugpferde des Pay-TV nicht stattfanden: Die großen Live-Übertragungen im Sport. Filme und Serien gibt es hingegen bei den Internet-basierten Streaming-Anbietern deutlich billiger und auch bequemer. Allein mit diesen Inhalten können die Pay-TV-Dienste also nicht gegen die neue Konkurrenz bestehen.

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