Dungeons & Dragons: Hasbro erzürnt die Fans und muss zurückrudern

Hasbro wollte wohl den Umsatz steigern, die Folge war ein Aufstand der Community. Wegen einer geplanten Änderung an Lizenzrechten rund um Dungeons & Dragons kam es zu einem wahren Sturm der Entrüstung. Jetzt rudert der Konzern kleinlaut zurück - vorerst.
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Ein Leak sorgt für Zorn und Gegenwehr bei der Community

Dungeons & Dragons konnte im vergangenen Jahrzehnt ein echtes Comeback feiern. Das Tabletop-Rollenspiel hat diesen erneuten Zuwachs an Beliebtheit auch einer enthusiastischen Community zu verdanken. Viele dieser Fan-Inhalte vertrauen auf eine zwei Jahrzehnte alte Lizenz, die es ihnen erlaubt, Charaktere, Regeln und Spielsysteme in ihren eigenen Kreationen frei zu verwenden - und damit auch Geld zu verdienen. Vor kurzem wurde bekannt, dass Rechteinhaber Wizards of the Coast (WOC), Teil des Hasbro-Konzerns, hier drastische Anpassungen plant.


Nach Monaten voller Gerüchte war durch ein Leak ein Entwurf für Anpassung der sogenannten Open Game License durch WOC an die Öffentlichkeit geraten. Die "OGL 1.1" sollte dabei vor allem im Bereich der Verwendung von Spiel-System und Produkten die bisher bestehende Balance zwischen der Community und den Rechteinhabern völlig neu ordnen. Neben anderen Anpassungen hätte das bedeutet: Will man die Spielsysteme als größerer Drittanbieter weiter nutzen, wären Lizenzgebühren bis zu 25 Prozent fällig. Unabhängig davon müssten alle Erzeugnisse, die Geld umsetzen, an WOC gemeldet werden. Dnddeutsch hatte hier jüngst eine hervorragende Analyse der Details geliefert.

Die Reaktionen der Community hätten für Hasbro wohl kaum drastischer ausfallen können. Boykottaufrufe führten laut Berichten von Fox Business zu rund 40.000 gekündigten Abonnements und einem Umsatzverlust von 400.000 US-Dollar innerhalb weniger Tage. Viel schädlicher ist für den Konzern aber wohl die große Empörung, die sich in Online-Petitionen, offenen Briefen und tausende Einzelbeträgen geäußert hatte. Der Druck der letzten Tage war offenbar ausreichend, dass der Konzern erst einmal die Reißleine zieht.

Kleinlautes Zurückrudern

WOC bezeichnet die letzten Tage in seiner Ankündigung blumig als "unglaubliche Welle der Leidenschaft und des Engagements". In einem Blogbeitrag unter der Überschrift "Ein Update zur Open Game License" schildert man dann, wie es jetzt weitergehen soll. Eine der wichtigsten Eingeständnisse für die neue Lizenz: "Sie wird keine Lizenzgebühren-Struktur enthalten."

Das Unternehmen kann es sich dann aber nicht verkneifen, seine Sicht auf die Auseinandersetzung mit der Community in einem sehr kuriosen Satz zusammenzufassen: "Man wird jetzt hören, dass sie gewonnen und wir verloren haben, weil wir dazu gezwungen waren, unsere Pläne zu ändern, weil ihr euch Gehör verschafft habt. Diese Menschen werden nur zum Teil recht haben. Sie haben gewonnen - aber auch wir."

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