Windkrafträder: Politischer Kniff macht auf einmal viele Flächen frei

Wo Windkraftanlagen stehen können, wird in Deutschland vor allem durch Abstandsregeln diktiert. Durch eine Anpassung im Bereich der Drehfunkfeuer, wichtig für die Flugnavigation, und Wetterradars hat die Bundesregierung auf einen Schlag viele Flächen geschaffen.
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Auf einmal findet sich dann doch einiges an Platz für Windkraft

Der Streit um den Ausbau von Windkraftanlagen wird in Deutschland vor allem unter dem Aspekt der Abstandsregeln geführt. Die einfache Rechnung für die Zukunft: Wollen wir Windkraft weiter ausbauen, müssen die Regeln, wie viel Platz zwischen Siedlungen und anderen Bebauungen und den rauschenden Kraftwerken liegen muss, deutlich angepasst werden. Um genau diesen Raum zu schaffen, hat die Bundesregierung jetzt an interessanter Stelle Hand an Gesetze gelegt.


Am 5. April dieses Jahres hatten das Bundesministerium für Digitales und Verkehr und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mitgeteilt, dass man Anpassungen im Bereich der Drehfunkfeuer-Funkanlagen für Positionsbestimmung im Flugverkehr und des Wetterradars vornehmen wird. Bisher war im Anlagenschutz festgeschrieben, dass Windkrafträder hier erst mit einem Abstand von 15 Kilometern errichtet werden können. Dieser Abstand wird von der Regierung auf 7 Kilometer halbiert.

1000 neue Räder, 5 GW mehr Leistung

Jetzt kann Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, die Umsetzung fast aller beschlossenen Maßnahmen vermelden: "Dank der gemeinsamen Arbeit aller Akteure in den Ministerien, dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, der Deutschen Flugsicherung sowie der wissenschaftlichen Unterstützung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) konnten bis zum Jahresende fast alle Maßnahmen vom April erfolgreich umgesetzt werden."

Wie Habeck betont, könne man so sehr kurzfristig große Flächen für Windenergieerzeugung dazugewinnen. Alleine die betroffenen Anlagenschutzbereiche umfassen eine Fläche von rund 19.000 km². Nach den Berechnungen seines Ministeriums kann durch die Änderung rund 4 bis 5 GW installierte Leistung im Bereich Windenergie zusätzlich genehmigt und gebaut werden - das entspricht rund 1000 neuen Windrädern. "Das ist ein wichtiger Push für den Ausbau der Windenergie an Land", so Habeck.

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