50Hertz-Chef: Akzeptanz für Windkraft steigt - des Preises wegen

Beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz sieht man die Aufgeschlossenheit gegenüber einem weiteren Ausbau der Windkraft wachsen - und führt dies zu einem guten Teil darauf zurück, dass der Strompreis in letzter Zeit immer weiter gestiegen ist.
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"Ich habe den Eindruck, dass der Widerstand eher geringer wird als größer", sagte Stefan Kapferer, Chef von 50Hertz, gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Das gilt insbesondere für die ostdeutschen Bundesländer, wo sein Unternehmen tätig ist. Trotzdem bleibe es eine Herausforderung, für die nötige Akzeptanz zu sorgen.

Das gestiegene Wohlwollen führt Kapferer hauptsächlich darauf zurück, dass sich bei immer mehr Menschen die Erkenntnis durchsetzt, dass Strom aus den erneuerbaren Quellen einen senkenden Effekt auf die Preise an den Strombörsen hat. Grob gesagt bedeutet das: Je höher der Ökostrom-Anteil, umso billiger wird der Strom - auch wenn sich das nicht direkt kurzfristig auswirkt. Insofern sind mehr Windkraftanlagen mit der Hoffnung verbunden, dass die Preisentwicklung der letzten Monate nicht immer so weitergeht.


Ausbauziele kaum schaffbar

Trotzdem ist Kapferer nicht gerade optimistisch, was die Ausbauziele der Bundesregierung angeht. Um die bundesweit 80 Prozent Erneuerbare im Strommix des Jahres 2030 zu schaffen, müssten die jährlichen Ausbaumengen viermal so hoch sein wie jetzt. Dahin kann man aber auch mit den Veränderungen bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen bestenfalls in einigen Jahren kommen. "Aber beim Stand heute zu glauben, das kann schon nächstes oder übernächstes Jahr gelingen, das ist sicherlich mutig", sagte er. Denn um insbesondere den gigantischen Knoten in den Genehmigungsprozessen zu zerschlagen, wird vor allem Zeit gebraucht.

Dabei steht zumindest die Region, für die sein Unternehmen zuständig ist, ziemlich gut da - denn die ostdeutschen Länder haben bei den Erneuerbaren die Nase vorn: "Wir hatten Anfang des Jahres eine extrem erfreuliche Entwicklung, da hatten wir im Durchschnitt einen Anteil von mehr als 70 Prozent Erneuerbare im Netz", sagte Kapferer. "Ich denke, dass wir im Durchschnitt in diesem Jahr bei knapp 70 Prozent landen werden." Unter anderem auch, weil noch ein neuer Offshore-Windpark dazukommt.

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