Arbeitsniederlegung: Verdi ruft zum Streik beim Amazon Prime Day auf
Mit Beginn der Nachtschicht auf den Montag ruft Verdi wieder zum Streik an einer Reihe von Amazon Standorten auf. Zum diesjährigen Prime Day will man so wieder etwas Sand ins Getriebe streuen und mit Arbeitsniederlegungen Druck auf den Online-Riesen machen.
Verdi fordert die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Zudem soll Amazon zum Abschluss eines Tarifvertrages "Gute und gesunde Arbeit" bewogen werden. Damit geht es jetzt wieder einmal um die Arbeitslöhne.
Auch an anderen Standorten soll es laut Verdi Aktionen der Gewerkschaft geben. Erst im Mai hatte Verdi zu mehrtägigen Streiks aufgerufen, damals hatte man aber auch für einen besseren Datenschutz und gegen die Mitarbeiter-Überwachung gekämpft.
Amazon hatte die Stundenlöhne der Arbeiter in den Verteilzentren in den vergangenen Jahren wiederholt erhöht. Dennoch beläuft sich der Mindestlohn aktuell auf nur 12 Euro je Stunde, was im Vergleich zu anderen tarifgebundenen Unternehmen sehr viel weniger ist. Amazon zahlt zudem laut Verdi weiterhin "niedrige oder fehlende Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld". Daher bekommen Amazon-Mitarbeiter oft um mehrere hundert Euro weniger als Branchen-Kollegen.
Update: Amazon selbst hingegen sieht nach eigenen Angaben keine streikbedingten Auswirkungen auf ihre Kunden. Der Streik betreffe nur sieben der 18 deutschen Logistikzentren und selbst in diesen soll eine große Mehrheit der Mitarbeiter völlig normal weiterarbeiten. Ebenso bestätigt das Unternehmen:
"Alle Mitarbeitenden in der Logistik verdienen bei Amazon ab 12 Euro brutto aufwärts pro Stunde plus Extras. Für den Herbst dieses Jahres haben wir bereits eine weitere Erhöhung auf mindestens 12,50 Euro brutto angekündigt. Nach 12 und 24 Monaten erhöht sich der Lohn automatisch. Nach 24 Monaten verdienen Amazon Mitarbeiter durchschnittlich rund 2.750 Euro brutto im Monat, inklusive beschränkter Mitarbeiteraktien und zusätzlicher Extras."
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Prime Day-"Boykott"
Der Prime Day gehört zu den wichtigsten Events im Jahr bei Amazon mit den höchsten Umsätzen und damit verbunden entsprechend einem hohen Warenumschlag. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen in den Verteilzentren. Daher wird in der kommenden Woche wieder die Arbeit niedergelegt, und zwar in Graben bei Augsburg, Leipzig, Koblenz, Rheinberg, Werne und den zwei Standorten in Bad Hersfeld. Infografik Walmart, Amazon & Co.: Die umsatzstärksten Unternehmen der Welt
Auch an anderen Standorten soll es laut Verdi Aktionen der Gewerkschaft geben. Erst im Mai hatte Verdi zu mehrtägigen Streiks aufgerufen, damals hatte man aber auch für einen besseren Datenschutz und gegen die Mitarbeiter-Überwachung gekämpft.
Jahrelanger Kampf um faire Arbeitslöhne und -bedingungen
"Den aktiven Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren für einen Tarifvertrag bei Amazon kämpfen, gehören unser Respekt für den Mut, den sie trotz des Drucks durch den Arbeitgeber in dieser Auseinandersetzung immer wieder aufbringen", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.Amazon hatte die Stundenlöhne der Arbeiter in den Verteilzentren in den vergangenen Jahren wiederholt erhöht. Dennoch beläuft sich der Mindestlohn aktuell auf nur 12 Euro je Stunde, was im Vergleich zu anderen tarifgebundenen Unternehmen sehr viel weniger ist. Amazon zahlt zudem laut Verdi weiterhin "niedrige oder fehlende Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld". Daher bekommen Amazon-Mitarbeiter oft um mehrere hundert Euro weniger als Branchen-Kollegen.
Update: Amazon selbst hingegen sieht nach eigenen Angaben keine streikbedingten Auswirkungen auf ihre Kunden. Der Streik betreffe nur sieben der 18 deutschen Logistikzentren und selbst in diesen soll eine große Mehrheit der Mitarbeiter völlig normal weiterarbeiten. Ebenso bestätigt das Unternehmen:
"Alle Mitarbeitenden in der Logistik verdienen bei Amazon ab 12 Euro brutto aufwärts pro Stunde plus Extras. Für den Herbst dieses Jahres haben wir bereits eine weitere Erhöhung auf mindestens 12,50 Euro brutto angekündigt. Nach 12 und 24 Monaten erhöht sich der Lohn automatisch. Nach 24 Monaten verdienen Amazon Mitarbeiter durchschnittlich rund 2.750 Euro brutto im Monat, inklusive beschränkter Mitarbeiteraktien und zusätzlicher Extras."
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Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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