Klitschko spricht mit Bürgermeistern:
War es wirklich ein Deepfake?
Medien sind aktuell in heller Aufregung, denn gleich drei Bürgermeister*innen, darunter Berlins Franziska Giffey, sollen auf einen Deepfake von Vitali Klitschko hereingefallen sein. Doch es gibt Zweifel daran, dass es eine Computermanipulation war.
Ende vergangener Woche haben die Bürgermeister*innen von Berlin, Madrid und Wien mit Vitali Klitschko ein Videogespräch geführt. So weit, so gewöhnlich, schließlich sind die Klitschko-Brüder prominente Botschafter des von Russland angegriffenen Landes und werben regelmäßig in Medien und gegenüber Amtskollegen für Unterstützung.
Das Gespräch mit Giffey wurde jedoch vorzeitig abgebrochen, da Verlauf und Themensetzung auf Berliner Seite "Misstrauen hervorgerufen" hätte, wie die Senatskanzlei auf Twitter mitteilte: "Es besteht der Verdacht, dass die Person, mit der gesprochen wurde, nicht Vitali Klitschko war." Andrij Melnyk, der ukrainische Botschafter in Deutschland, hat später auch bestätigt, dass Giffey nicht mit dem "echten" Bürgermeister von Kyiv gesprochen hat.
Doch mittlerweile gibt es große Zweifel daran, dass hier tatsächlich ausgefeilte Computermanipulation am Werk war: Der Journalist Daniel Laufer hat das Material analysiert und seine Erkenntnisse auf Twitter veröffentlicht. Laufer kommt zum Schluss, dass es gleich mehrere Indizien gibt, die "eher dagegen sprechen".
Klar ist: Der mutmaßliche Deepfake basiert auf einem echten Interview, das Klitschko im April gegeben hat. Aus diesen Bildern ein Deepfake zu erstellen, ist aber schwieriger als man glauben möchte, u. a. deshalb, weil der Hintergrund auch manipuliert werden müsste - und das vermutlich erkennbar wäre. Laufer analysiert das (ihm vorliegende) Material genauer und kommt letztlich zu einem weniger spektakulären Schluss: Es ist zwar eine Fälschung, diese basiert aber eher auf einem gekonnten Zusammenschnitt - und nicht auf einem Deepfake.
Siehe auch:
Das Gespräch mit Giffey wurde jedoch vorzeitig abgebrochen, da Verlauf und Themensetzung auf Berliner Seite "Misstrauen hervorgerufen" hätte, wie die Senatskanzlei auf Twitter mitteilte: "Es besteht der Verdacht, dass die Person, mit der gesprochen wurde, nicht Vitali Klitschko war." Andrij Melnyk, der ukrainische Botschafter in Deutschland, hat später auch bestätigt, dass Giffey nicht mit dem "echten" Bürgermeister von Kyiv gesprochen hat.
War es ein Deepfake - oder bloß cleverer Zusammenschnitt?
Schnell war für viele Medien klar: Giffey und Amtskollegen sind hier einem Deepfake aufgesessen. Für den Boulevard war das ein gefundenes Fressen, schließlich ist Berlins regierende Bürgermeisterin bekannt dafür, keinen Fettnapf auszulassen - und jetzt ist sie auch noch auf einen Deepfake reingefallen. Andere wiederum sahen im vermeintlichen Deepfake eine Bestätigung dystopischer Zukunftsvisionen.Doch mittlerweile gibt es große Zweifel daran, dass hier tatsächlich ausgefeilte Computermanipulation am Werk war: Der Journalist Daniel Laufer hat das Material analysiert und seine Erkenntnisse auf Twitter veröffentlicht. Laufer kommt zum Schluss, dass es gleich mehrere Indizien gibt, die "eher dagegen sprechen".
Klar ist: Der mutmaßliche Deepfake basiert auf einem echten Interview, das Klitschko im April gegeben hat. Aus diesen Bildern ein Deepfake zu erstellen, ist aber schwieriger als man glauben möchte, u. a. deshalb, weil der Hintergrund auch manipuliert werden müsste - und das vermutlich erkennbar wäre. Laufer analysiert das (ihm vorliegende) Material genauer und kommt letztlich zu einem weniger spektakulären Schluss: Es ist zwar eine Fälschung, diese basiert aber eher auf einem gekonnten Zusammenschnitt - und nicht auf einem Deepfake.
Siehe auch:
- Deep Fakes & Fake-Accounts: EU plant Strafen gegen Facebook & Co.
- Deepfakes: Gesichtserkennungs-Systeme der Banken ausgetrickst
- Verhaftet: Mann entpixelte Japan-Pornos mit Deep-Fake-Technologie
- Nvidia ließ Deep-Fake seines Chefs Pressekonferenz (kurz) moderieren
- Deepfakes: Putin und Kim Jong-Un mahnen Amerikaner zu Demokratie
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