Falscher Klitschko: Russische Komiker haben Bürgermeister genarrt

Vor kurzem sorgte ein angebliches Deepfake-Gespräch zwischen Vitali Klitschko und mehreren europäischen Bürgermeister*innen für Aufsehen und Spott. Mittlerweile ist aber klar, dass das keine Computermanipulation war und nun scheinen auch die Verantwortlichen festzustehen.
Fälschung, Manipulation, Deepfake, Deep Fake, Vitali Klitschko, Franziska Giffey
Senatskanzlei Berlin
Vergangene Woche fielen gleich mehrere europäische Politiker*innen auf einen "falschen" Amtskollegen, Vitali Klitschko, aus Kyiv herein. Die Bürgermeister*innen von Berlin, Wien, Madrid und, wie mittlerweile bekannt wurde, auch die aus Warschau sowie Budapest waren betroffen. In Berlin merkte man immerhin, dass an der Sache etwas faul ist und brach das Gespräch vorzeitig ab.

Deepfake? Eher nicht

Schnell stellten Medien die durchaus dystopische Vermutung auf, dass hier mit einem Deepfake gearbeitet wurde. Doch inzwischen ist klar bzw. sehr wahrscheinlich, dass die Verantwortlichen lediglich mit einem geschickt geschnittenen Interview mit Klitschko und clever gesteuerter Gesprächsführung gearbeiteten haben.

Doch wer sind die Verantwortlichen? Diese Frage ist bisher offen (gewesen). Natürlich fielen die ersten Vermutungen auf eine Desinformationskampagne russischer Geheimdienste. Doch laut dem ARD-Politikmagazin Kontraste (via Tagesschau) ist die Antwort eine andere. Demnach soll ein russisches Comedy-Duo für die Fake-Gespräche verantwortlich sein, genauer gesagt die Komiker Vladimir Krasnov und Alexei Stolyarov alias "Vovan" und "Lexus".

Gegenüber Kontraste wollte Stolyarov zwar nicht verraten, wie genau die Fälschung gemacht wurde, meinte aber, dass es "leicht" war. Das deutet darauf hin, dass es tatsächlich ein clever geschnittenes Archivmaterial war.

Ganz so einfach war es dann aber wohl auch nicht, denn um ein glaubhaftes Gespräch führen zu können, war laut den Komikern nämlich gute Vorbereitung erforderlich, u. a. mit sogenanntem Social Engineering. Hierbei werden Informationen über bestimmte Personen gesammelt. Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Comedians auf diese Weise Prominente getäuscht haben, darunter Boris Johnson, Emmanuel Macron und J.K. Rowling.

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!