Türkei: Präsidenten-Kandidat schmeißt nach Deepfake-Sexvideo hin
Im Rennen um die Präsidentschaftswahl in der Türkei hat sich das Kandidaten-Feld jetzt ausgedünnt: Ein Bewerber zog sich zurück, nachdem ein vermeintliches Sextape über ihn kursierte. Er behauptet, es handle sich um eine Deepfake-Produktion.
"Ich habe der Türkei eine dritte Option angeboten, einen dritten Weg. Mit diesem Weg können wir nicht erfolgreich sein", erklärte Muharrem İnce, als er seinen Rückzug ankündigte. Er geriet in der Öffentlichkeit unter Druck, nachdem ein Sex-Video aufgetaucht war, auf dem er vermeintlich zu sehen war. Obwohl İnce bestreitet, dass es sich um ihn handelt, genügt das Video, um seiner Kandidatur zu schaden - in Umfragen fiel er zuletzt deutlich zurück.
"Das ist nicht mein Privatleben, das ist Verleumdung. Es ist nicht wahr", kommentierte er das Video laut eines Berichts der britischen Tageszeitung The Guardian. Analysen würden zeigen, dass es sich hier um einen sogenannten Deepfake handelt, der auf einem israelischen Porno basiert. Bei einem Deepfake wird das Gesicht einer Person mit KI-Unterstützung in einer Qualität in anderes Filmmaterial eingefügt, sodass es sich von einer originalen Aufnahme nur schwer unterscheiden lässt.
Woher das vermeintliche Sextape stammt, ist unklar. Fest steht allerdings, dass es in Erdoğans Wahlkampf-Team keine Hemmungen gibt, auf Deepfakes zurückzugreifen. Der amtierende Präsident spielte auf einer Wahlkampfveranstaltung am vergangenen Wochenende bereits ein so gefälschtes Video vor, in dem kurdische Kämpfer ihre Unterstützung für den Konkurrenten Kılıçdaroğlu erklären.
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"Das ist nicht mein Privatleben, das ist Verleumdung. Es ist nicht wahr", kommentierte er das Video laut eines Berichts der britischen Tageszeitung The Guardian. Analysen würden zeigen, dass es sich hier um einen sogenannten Deepfake handelt, der auf einem israelischen Porno basiert. Bei einem Deepfake wird das Gesicht einer Person mit KI-Unterstützung in einer Qualität in anderes Filmmaterial eingefügt, sodass es sich von einer originalen Aufnahme nur schwer unterscheiden lässt.
Nicht der erste Fall
Eine echte Chance auf den Präsidentschaftsposten hatte İnce ohnehin nicht. Zu Spitzenzeiten kam er in Umfragen auf rund 10 Prozent der Stimmen. Aktuell ist der Wert auf 2 Prozent abgesackt. Allerdings hätte seine weitere Beteiligung dazu geführt, dass es mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer Stichwahl kommt - und in dieser dürfte Amtsinhaber Recep Tayyip Erdoğan die besseren Chancen haben, da er dann sicherlich auch von vielen Anhängern des aktuell noch kandidierenden Ultranationalisten Sinan Oğan gewählt würde. Bei der kommenden Wahl bestehen allerdings auch gute Chancen, dass Erdoğan von Kemal Kılıçdaroğlu abgelöst wird, den eine Oppositionskoalition aus sechs Parteien unterstützt.Woher das vermeintliche Sextape stammt, ist unklar. Fest steht allerdings, dass es in Erdoğans Wahlkampf-Team keine Hemmungen gibt, auf Deepfakes zurückzugreifen. Der amtierende Präsident spielte auf einer Wahlkampfveranstaltung am vergangenen Wochenende bereits ein so gefälschtes Video vor, in dem kurdische Kämpfer ihre Unterstützung für den Konkurrenten Kılıçdaroğlu erklären.
Zusammenfassung
- Muharrem İnce zieht sich wegen Sextape aus Präsidentschaftsrennen zurück.
- Er bestreitet, dass es sich um ihn handelt und vermutet einen Deepfake.
- Hatte ohnehin keine Chance auf den Präsidentschaftsposten.
- Ursprung des Videos unbekannt.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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