Russischen Chip-Entwicklern werden auch noch ARM-Lizenzen entzogen
Während Russland aufgrund der Sanktionen bereits keine Chips aus dem Ausland mehr bekommt, droht nun auch der kleinen eigenen Halbleiter-Industrie mehr Ungemach. Denn die Lizenzen für ARM-Designs wurden jetzt auch auf die britische Embargo-Liste gesetzt.
Von der Maßnahme sind zwei russische Unternehmen betroffen: Baikal Electronics und Moscow Center of SPARC Technologies (MCST). Bei MCST dürfte der direkte Effekt allerdings ohnehin kaum erkennbar sein, denn der Hersteller der Elbrus-Chips ließ die Prozessoren bisher ohnehin bei TSMC produzieren und wird von dem Auftragshersteller seit dem russischen Angriff gegen die Ukraine nicht mehr beliefert.
Baikal hingegen verfügt über eigene Produktionslizenzen für ARM-Designs, mit denen die aktuellen 16-Nanometer-Chips des Typs Baikal-S1 noch hergestellt werden können. Weiterentwicklungen sind aber auch für dieses Unternehmen nun nicht mehr möglich, da für die folgenden ARM-Architekturen bisher nur Design-Lizenzen vorlagen, wie BleepingComputer berichtet. Allerdings ist es durchaus möglich, dass die Lizenzen missachtet und die Produktion trotzdem angeschoben wird. Dies dürfte davon abhängen, ob das Unternehmen eine Chance sieht, in absehbarer Zeit wieder ohne Embargo arbeiten zu können - denn wenn man die Lizenzen missachtet und dann wieder normale Handelsbeziehungen aufnehmen könnte, dürfte ARM sich wohl eher verweigern.
In Russland gibt es zumindest Planungen, eine eigene Halbleiter-Industrie hochzuziehen. Das ist allerdings eine komplexe Sache. In diesem Jahr will man hier bereits starten können - allerdings auf einer Strukturweite von 90 Nanometern, was dem Stand der globalen Industrie des Jahres 2006 entspricht. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen dann auch 28-Nanometer-Chips machbar sein - wenn Russland denn an die nötigen Lithographie-Maschinen kommt, die man ebenfalls nicht selbst herstellt.
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Baikal hingegen verfügt über eigene Produktionslizenzen für ARM-Designs, mit denen die aktuellen 16-Nanometer-Chips des Typs Baikal-S1 noch hergestellt werden können. Weiterentwicklungen sind aber auch für dieses Unternehmen nun nicht mehr möglich, da für die folgenden ARM-Architekturen bisher nur Design-Lizenzen vorlagen, wie BleepingComputer berichtet. Allerdings ist es durchaus möglich, dass die Lizenzen missachtet und die Produktion trotzdem angeschoben wird. Dies dürfte davon abhängen, ob das Unternehmen eine Chance sieht, in absehbarer Zeit wieder ohne Embargo arbeiten zu können - denn wenn man die Lizenzen missachtet und dann wieder normale Handelsbeziehungen aufnehmen könnte, dürfte ARM sich wohl eher verweigern.
Produktion ist blanke Theorie
Es bleibt aber auf jeden Fall das Problem bestehen, dass man derzeit keinen Zugang zu Fertigungsstätten hat. Denn in Russland selbst steht keine Chipfabrik, die auf diesem Niveau arbeiten könnte. Und selbst Produzenten in Ländern, die sich nicht aktiv an den Sanktionen beteiligen, liefern aktuell nicht nach Russland, da sie damit rechnen müssten, die lukrativeren Aufträge aus den USA oder Europa zu verlieren.In Russland gibt es zumindest Planungen, eine eigene Halbleiter-Industrie hochzuziehen. Das ist allerdings eine komplexe Sache. In diesem Jahr will man hier bereits starten können - allerdings auf einer Strukturweite von 90 Nanometern, was dem Stand der globalen Industrie des Jahres 2006 entspricht. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen dann auch 28-Nanometer-Chips machbar sein - wenn Russland denn an die nötigen Lithographie-Maschinen kommt, die man ebenfalls nicht selbst herstellt.
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Christian Kahle
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