Von Unfall bis Marder: Reparatur von Elektroautos ist deutlich teurer

Laut einer Untersuchung müssen Fahrer eines E-Autos bei nötigen Reparaturen im Vergleich mit den Verbrennern deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wirklich teuer wird es bei Unfallschäden, aber auch der klassische Marderbiss frisst größere Löcher in den Geldbeutel.

E-Autos sind im Schnitt deutlich teurer zu reparieren

Die Allianz lädt jährlich zu einem Autotag im bayrischen Ismaning. In diesem Jahr hat der Versicherer laut Zeit-Bericht eine Untersuchung im Gepäck, die beleuchten soll, wie es um die Reparatur-Kosten bei Elektroautos im Vergleich mit herkömmlichen Modellen bestellt ist. Dafür wurden Schadensdaten aus den Jahren 2018 bis 2020 ausgewertet. Das klare Ergebnis: Ein E-Auto zu reparieren ist im Schnitt deutlich teurer als einen konventionellen Verbrenner.

Tesla-Unfall in Corvallis, OregonTesla-Unfall in Corvallis, OregonTesla-Unfall in Corvallis, OregonTesla-Unfall in Corvallis, Oregon

Für den durchschnittlichen Schadensaufwand bei Vollkasko-Versicherung errechnet die Allianz demnach einen um zehn Prozent höheren Wert, bei Plug-in-Hybriden liegt dieser sogar um 50 Prozent höher. Besonders deutlich werden die Unterschiede zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aber bei den Kosten für die Reparatur von Unfällen: "Wir liegen etwa 30 Prozent höher beim Elektrofahrzeug in der Reparatur von Kollisionsschäden", so Carsten Reinkemeyer, Leiter der Sicherheitsforschung im Allianz Zentrum für Technik.

Akkus, Spezialisten und Hochspannung

Die höheren Kosten sind mit einem Blick auf die Konstruktion von Elektroautos vor allem auf die Hochvolt-Technik zurückzuführen. Einer der wahren Kostentreiber ist hier die Batterie, die bei einem nötigen Austausch nach Allianz-Berechnung mit "bis zu 20.000 Euro" zu Buche schlägt. Einige Hersteller schreiben diesen Austausch beispielsweise bei einer Airbag-Auslösung zwingend vor. Und dieser darf wiederum nur in qualifizierten Werkstätten durchgeführt werden.

Auch den Marderbiss führt die Allianz hier als Beispiel für große Unterschiede an. Wie Reinkemeyer betont, könne Ersatz für angebissene Hochvoltkabel "bis zu 7000 Euro" kosten. Eine logische Folge all dieser Unterschiede: die durchschnittlichen Versicherungskosten von reinen Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybridfahrzeugen sind etwas teurer als bei herkömmlichen Fahrzeugen.
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