Verkaufsverbot für Elektronik ohne Update-Plan kommt zum neuen Jahr

Nutzer können bei verschiedensten Geräten zukünftig darauf setzen, dass die Hersteller ihnen auch Updates für die Firmware bereitstellen. Dadurch soll die Betriebssicherheit zahlreicher elektronischer Systeme deutlich gesteigert werden.
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Die Forderung steht schon länger im Raum: Die Hersteller sollen nicht nur garantieren, dass ihre Hardware über einen gewissen Zeitraum funktioniert. Auch die Betriebssystem-Software muss zumindest in einem gewissen Zeitrahmen regelmäßig gewartet werden, da dies heute eine Grundvoraussetzung ist, um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten. Nun wird dies nach und nach auch in den jeweiligen gesetzlichen Regelungen verankert.

Grundlegend ist die Verpflichtung zur Bereitstellung von Updates bereits auf EU-Ebene beschlossen, sie muss aber noch in nationales Recht überführt werden. Das hat die Regierungskoalition nun getan, berichtet das Handelsblatt. Union und SPD einigten sich auf einen Gesetzentwurf, der jetzt im Bundestag zur Abstimmung kommen soll - was nun nur noch eine Formalie darstellt. Die neue Regelung soll dann zum nächsten Jahreswechsel in Kraft treten.

Kein Vorteil für unsichere Anbieter mehr

Wer dann Smartphones, Fernsehgeräte mit Internet-Anbindung oder Smart-Home-Systeme verkauft, muss auch dafür sorgen, dass den Nutzern regelmäßig Firmware-Aktualisierungen angeboten werden. Nur so lässt sich die Sicherheitslage verbessern. Bisher sind zahlreiche Systeme im Einsatz, die quasi nie mit Updates versorgt werden. Die Folge ist dann beispielsweise, dass Kriminelle sich Botnetze aus zahlreichen vernetzten Geräten aufbauen und mit diesen Angriffe auf Dritte starten.

Die Verpflichtung dürfte dabei auch den Markt für digitale Geräte etwas durcheinanderbringen. Denn bisher können hier auch Anbieter massiv profitieren, bei denen Unsicherheit zum Geschäftskonzept gehört: Sie sehen ohnehin keine Wartung der Firmware vor und können ihre Produkte entsprechend billig verkaufen. Wer hingegen die noch kommenden Arbeiten für die Entwicklung und Bereitstellung von Sicherheits-Patches mit einpreist, kann nie so günstig arbeiten und hat bisher einen Wettbewerbsnachteil - zumindest bei Kunden, die sich keine Gedanken über die IT-Sicherheit machen.

Siehe auch: Smartphones: 5 Jahre Update-Pflicht und Ablaufdatum auf der Packung
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