Smartphones: 5 Jahre Update-Pflicht und Ablaufdatum auf der Packung

Smartphones sollen endlich sicherer werden. Um dies zu erreichen, hat das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verschiedene Anforderungen an die Hersteller erstellt, die allerdings erst einmal nur eine Diskussionsgrundlage darstellen sollen.
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Klar ist allerdings, dass die Situation nicht so bleiben kann, wie sie derzeit ist. "Smartphones haben sich in den letzten Jahren zur Schaltzentrale entwickelt, über die wir immer mehr Alltagsvorgänge steuern und abwickeln. Unsichere Smartphones können somit sehr schnell sehr reale negative Auswirkungen haben", erklärte BSI-Präsident Arne Schönbohm. Daher müssten sich Verbraucher darauf verlassen können, dass die Geräte beim Kauf zumindest eine Grundausstattung an IT-Sicherheit mitbringen. Zentrale Punkte im Papier der Behörde sehen folgendermaßen aus:

  • Der Hersteller muss gegenüber einem potenziellen Käufer von Beginn an klar machen, wie lange es Support gibt und wie viele Major Updates des Betriebssystems für diesen Zeitraum eingeplant werden.
  • Ab dem Termin für die Markteinführung muss über die nächsten fünf Jahre hinweg eine Versorgung mit Sicherheitsupdates gewährleistet sein. Wann das jeweilige Smartphone aus diesem Zeitrahmen herausfällt, wäre dann quasi wie ein Ablaufdatum auf der Verpackung zu vermerken.
  • Die Systempartition darf im Auslieferungszustand nur Anwendungen enthalten, die mit System-Berechtigungen arbeiten. Es ist also nicht zulässig, beliebige Drittanbieter-Apps vorzuinstallieren. Das wäre maximal auf einer anderen Partition möglich, damit nicht gleich von Beginn an unsichere Software Lücken ins System reißt, die sich vom Nutzer nicht kalkulieren lassen.
  • Zumindest der integrierte Festspeicher muss mit einer Vollverschlüsselung ausgestattet sein, deren Schlüssel mindestens aus einer Kombination aus Nutzer-Kennwort und gerätespezifischem Merkmal beruht.

So sicher wie möglich

Der Katalog soll als Ausgangspunkt für einen öffentlichen Diskurs mit Herstellern, OEMs, Netzbetreibern und Zivilgesellschaft verstanden werden. "Hersteller und OEMs sind daher aufgerufen, die Geräte so sicher zu machen wie möglich, und zwar von Anfang an und über eine gewisse Nutzungsdauer hinweg", betonte Schönbohm.

Vor allem im Billig-Bereich lassen sich bestimmte Preise aktuell einfach nur dadurch erreichen, dass die jahrelange Sicherstellung eines Supports nicht eingepreist wird. Auf einem Smartphone liegen allerdings regelmäßig wesentlich sensiblere Daten über den Nutzer als auf dem heimischen PC. Entsprechend interessant sind die Systeme natürlich für Angreifer jeder Art. Darüber hinaus stellt das BSI aber auch Anforderungen für den Umgang mit Daten auf, die an den Hersteller oder Plattform-Anbieter übertragen werden.

Siehe auch: Google zwingt Anbieter von Android-Smartphones zu Sicherheitsupdates
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