Sie können nicht ohne: Microsoft und Nokia tun sich wieder zusammen

Microsoft und Nokia sind nach allen bisherigen Erfahrungen eher keine be­son­ders gut zueinander passenden Partner. Trotzdem wollen die Un­ter­neh­men es doch noch einmal wissen und verkündeten jetzt eine neue, umfangreiche Zusammenarbeit. Allerdings geht es diesmal nicht um Produkte für einzelne Endverbraucher. Aus diesem Ge­schäft ist Nokia nun schon seit geraumer Zeit ausgestiegen und auch bei Microsoft spielt die­ses Segment längst eine gewisse Nebenrolle. Stattdessen bezieht sich die Kooperation auf An­ge­bo­te für große Business-Kunden und soll die wichtigsten Technologien beider Konzerne verbinden.

Auf Seiten Microsofts steht hier natürlich die schnell wachsende Azure-Cloud im Zentrum. Hier liefert sich der Redmonder Software-Konzern seit einiger Zeit ein heftiges Rennen um die Marktführung mit dem Handelsunternehmen Amazon. Hinsichtlich des Angebots-Spektrums und der Erschließung weiterer Zielgruppen ist es dabei von Vorteil, nun auch Nokia mit im Boot zu haben.

Funk-Anbindung an Azure

Der finnische Netzwerkausrüster wird die Azure-Cloud zukünftig als Infrastruktur hinter verschiedenen Angeboten für lokale Mobilfunk-Systeme nutzen. Insbesondere in den 5G-Spe­zi­fi­ka­ti­o­nen wird viel Wert auf den Einsatz so­ge­nann­ter Campus-Netze gelegt - dabei han­delt es sich um kleine, räumlich recht be­grenz­te Funk­zel­len, die beispielsweise an ei­nem Un­ter­neh­mens­stand­ort Datenverbindungen im Gi­ga­bit-Bereich er­mög­li­chen oder zahlreiche IoT-Systeme in der Industrie miteinander vernetzen.

Neben den Funkanlagen vor Ort wird hierfür natürlich eine Daten-Infrastruktur im Hin­ter­grund benötigt und da Microsofts Cloud-Services ohnehin in vielen Unternehmen be­reits ei­nen Platz haben, ist die genannte Kooperation hier durchaus sinnvoll. Die Zu­sam­men­ar­beit ist dabei allerdings nicht exklusiv ausgelegt, so dass auch andere Cloud-Anbieter an Nokias Systeme andocken könnten. Microsoft spielt hier mit seiner starken Präsenz im Enterprise-Sektor aber letztlich eben doch eine herausragende Rolle.

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Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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