Mobilfunk tötet Insekten? - Studie widerspricht dem Auftraggeber

Aktuell wird wieder einmal mit der vermeintlichen Schädlichkeit von Mobil­funkstrahlung gegen den Netzausbau getrommelt. Eine dabei ins Feld geführte neue Meta-Studie kommt aber gar nicht zu den verkündeten Ergebnissen. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung durch den NABU und den Verein Diagnose Funk. Ein spanischer Wissenschaftler suchte daraufhin eine Reihe von Papers heraus, die sich mit dem Thema beschäftigten. Zu welchen Schlüssen der Forscher dabei kam, scherte die Auftraggeber offenbar wenig. Sie verkündeten einfach vermeintliche Erkenntnisse, die von der vorgelegten Arbeit überhaupt nicht gedeckt wurden.

Angeblich kommt die neue Untersuchung zu dem Schluss, dass eine Reihe von Studien Hinweise darauf ergäben, dass Mobilfunk einen Beitrag zum Insektensterben leisten würde. "Um das dramatische Insektensterben zu stoppen, muss der Staat allen Ursachen nachgehen", forderte Jörn Gutbier, Chef des Diagnose Funk-Vereins. Letztlich geht es hier darum, den begonnenen Ausbau der 5G-Netze zu stoppen.

Der Wissenschafts-Journalist Uwe Gradwohl vom SWR kommt nach der Lektüre des eigentlichen Forschungs-Papers aber zu einem anderen Schluss. Demnach sei es keineswegs so, dass der beauftragte Forscher zahlreiche Untersuchungen vorlegt, nach denen die Funkstrahlung beispielsweise den Fluss von Calcium-Ionen in den Insektenkörpern stören würde, was dann zu Orientierungsproblemen und ausbleibendem Nachwuchs führt.

Und überhaupt handle es sich auch nicht um eine richtige Meta-Studie, bei der Daten neu zusammengeführt und weitergehende Erkenntnisse gewonnen würden. Vielmehr habe der Auftragnehmer hier eine Übersicht der aktuellen Studienlage erarbeitet. Und diese sei selbst nach Angaben des Autors eher dürftig bis problematisch, weil es beispielsweise keine vernünftige Einschätzung der so genannten Publikationsverzerrung gibt. Diese beschreibt das Phänomen, dass in der Regel nur Daten publiziert werden, die einen Effekt zeigen. Untersuchungen hingegen, die überhaupt keine relevanten neuen Erkenntnisse hervorbringen, werden meist gar nicht publiziert, wodurch in der Gesamtbetrachtung dann das statistische Ergebnis verzerrt wird.

"Die Art und Weise, wie mit dieser Studie durch die Auftraggeber NABU und Diagnose Funk verfahren wurde, nährt bei mir den Eindruck, als ob hier schlichtweg das bereits prominente Thema Insektensterben für die Zwecke der Mobilfunk-Skeptiker gekapert werden sollte", lautet das Fazit Gradwohls.

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