Trumps Twitter-Bann war im Kampf gegen Desinformation sehr wirksam

Kurz nach den Ereignissen des 6. Januar 2021, also dem Sturm eines Mobs von Trump-Anhängern auf das US-amerikanische Kapitol, wurde der US-Präsident von allen relevanten Social-Media-Plattformen geworfen. Dieser Schritt war zwar umstritten, aber definitiv wirkungsvoll.
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Dem Sturm auf das Kapitol gingen Wochen an täglichen Falschaussagen und Lügen Trumps voraus. Der US-Präsident und weite Teile der republikanischen Partei betrieben eine regel­rech­te Desinformations- und Lügenkampagne, um den Wahlsieg Joe Bidens in Frage zu stellen. Beweise sowie Siege vor Gericht hatte das Trump-Lager keine zu bieten, dennoch wieder­hol­te man die Falschaussagen immer und immer wieder auf Twitter, Facebook und Co.

Umstritten, aber wirkungsvoll

Den Social-Media-Unternehmen wurde es nach der Gewalt vom 6. Januar zu viel und sie sperr­ten Trump, allen voran Twitter. Das war zwar durchaus umstritten, aber effektiv. Denn wie die Washington Post unter Berufung auf das Medien-Analyse-Unternehmen Zignal Labs be­rich­tet, nahm die Online-Desinformation zum Thema Wahlbetrug nach der Trump-Sperre ab, und zwar dramatisch, nämlich um satte 73 Prozent.

Laut den Untersuchungen von Zignal Labs fielen im Zeitraum zwischen 9. und 15. Januar 2021 die Gespräche über Wahlbetrug von 2,5 Mil­li­o­nen auf 688.000 Erwähnungen. Nach den Aus­schrei­tun­gen vor und im Kapitol und der Sperre fiel der Einsatz des Hashtags #FightforTrump um 95 Prozent, ähnlich hoch war die Rate bei #HoldTheLine sowie "March for Trump".

Aufklärung gegen QAnon

Auch diverse Hashtags im Zusammenhang mit den Verschwörungsspinnereien um "QAnon" fie­len um 15 Prozent. Das hängt aber nicht unbedingt direkt mit der Sperre Trumps zu­sam­men, die Medienforscher erklären sich das u. a. mit der verstärkten Medien-Be­richt­er­stat­tung und somit auch Aufklärung zu diesem hetzerischen Mythos.

Ob dieser Effekt langfristig anhält ist natürlich noch nicht absehbar, kurzfristig habe die Sperre ihren Zweck im Kampf gegen Fehlinformation aber mehr als erfüllt, so die Social-Media-Experten.

Siehe auch: Twitter-Chef zum Bann von Donald Trump: "Es war der richtige Schritt"
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