Wahl-App: Hersteller versucht Security-Prüfung gerichtlich zu verbieten
Getroffene Hunde bellen. Das zeigt sich einmal mehr bei einem Hersteller von Software, der eine vermeintlich sichere Methode für demokratische Abstimmungen über das Internet vertreibt. Per Gericht versucht er, Security-Experten von ihrer Arbeit abzuhalten.
Das Unternehmen Voatz versucht derzeit mehrere Sicherheitsforscher davon abzuhalten, die Produkte der Firma genauer unter die Lupe zu nehmen und die Ergebnisse ihrer Arbeit zu veröffentlichen. In der Klage beruft man sich auf die Gesetzgebungen gegen den missbräuchlichen Zugriff auf Computer-Systeme, mit dem eigentlich Kriminelle sanktioniert werden sollen, die unbefugt in fremde Systeme eindringen.
Das Unternehmen erklärte dazu, dass man keineswegs etwas Grundsätzliches dagegen habe, dass die eigenen Produkte getestet würden. "Die notwendige Forschung und Tests können von autorisierten Parteien vorgenommen werden", erklärte man laut einem Bericht des US-Magazins Ars Technica. Die eigenen Erfahrungen hätten gezeigt, dass man autorisierten Sicherheitsforschern bei ihrer Arbeit gut zur Seite stehen könne, während unautorisierte Untersuchungen letztlich nur dazu führen, dass es zu negativen Auswirkungen durch die Verbreitung von Informationen über ungeprüfte oder teils auch nur theoretische Schwachstellen kommt.
Das ist aber hinsichtlich demokratischer Prozesse, die über die Software von Voatz organisiert werden sollen, nicht hinnehmbar. Eine App des Unternehmens wurde beispielsweise schon im US-Bundesstaat Virginia genutzt, um Angehörigen des US-Militärs, die aktuell im Auslandseinsatz sind, die Teilnahme an Wahlen zu ermöglichen.
Dass eine unabhängige Prüfung nötig ist, zeigten unter anderem Untersuchungen der renommierten Technologie-Universität MIT, die zahlreiche ernste Schwachstellen in der Software aufdeckte. Dagegen richtet sich nun die Klage. Allerdings hat diese wohl wenig Aussicht auf Erfolg, da die MIT-Informatiker nur mit der öffentlich verfügbaren App arbeiteten und keineswegs unerlaubt in die Server des Unternehmens eingedrungen waren. Die Anbieter solcher Produkte sind aber generell etwas dünnhäutig, da ihnen auch klar ist, dass sie im Grunde ein vom Grundsatz her unnützes Produkt anbieten - denn demokratische Wahlen lassen sich nicht mit elektronischen Systemen umsetzen.
Siehe auch:
Das Unternehmen erklärte dazu, dass man keineswegs etwas Grundsätzliches dagegen habe, dass die eigenen Produkte getestet würden. "Die notwendige Forschung und Tests können von autorisierten Parteien vorgenommen werden", erklärte man laut einem Bericht des US-Magazins Ars Technica. Die eigenen Erfahrungen hätten gezeigt, dass man autorisierten Sicherheitsforschern bei ihrer Arbeit gut zur Seite stehen könne, während unautorisierte Untersuchungen letztlich nur dazu führen, dass es zu negativen Auswirkungen durch die Verbreitung von Informationen über ungeprüfte oder teils auch nur theoretische Schwachstellen kommt.
Forschung offensichtlich notwendig
Das bedeutet im Kern, dass unabhängige Prüfungen einer App, die für demokratische Wahlen genutzt wird, nicht erwünscht ist - und schon gar nicht, dass die Öffentlichkeit über Sicherheitslücken informiert wird. Der Hersteller will die alleinige Kontrolle und Deutungshoheit darüber haben, wie ein Problem einzuschätzen ist und wie man darüber kommuniziert.Das ist aber hinsichtlich demokratischer Prozesse, die über die Software von Voatz organisiert werden sollen, nicht hinnehmbar. Eine App des Unternehmens wurde beispielsweise schon im US-Bundesstaat Virginia genutzt, um Angehörigen des US-Militärs, die aktuell im Auslandseinsatz sind, die Teilnahme an Wahlen zu ermöglichen.
Dass eine unabhängige Prüfung nötig ist, zeigten unter anderem Untersuchungen der renommierten Technologie-Universität MIT, die zahlreiche ernste Schwachstellen in der Software aufdeckte. Dagegen richtet sich nun die Klage. Allerdings hat diese wohl wenig Aussicht auf Erfolg, da die MIT-Informatiker nur mit der öffentlich verfügbaren App arbeiteten und keineswegs unerlaubt in die Server des Unternehmens eingedrungen waren. Die Anbieter solcher Produkte sind aber generell etwas dünnhäutig, da ihnen auch klar ist, dass sie im Grunde ein vom Grundsatz her unnützes Produkt anbieten - denn demokratische Wahlen lassen sich nicht mit elektronischen Systemen umsetzen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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