Donald Trump verbietet TikTok und WeChat in den USA - 45 Tage bleiben

US-Präsident Donald Trump hat den Betreibern des Social Networks TikTok und dem Internet-Konzern Tencent, die beide aus China kommen, den Betrieb und die Vermarktung ihrer Dienste auf dem Territorium der USA verboten.
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Im Grunde setzt die US-Regierung den chinesischen Unternehmen damit die Pistole auf die Brust: Wenn ihre Dienste weiterhin auch auf dem großen US-Markt laufen sollen, müssen die jeweiligen Geschäftsbereiche an nichtchinesische Unternehmen verkauft werden. Die von Trump jetzt unterzeichnete Rechtsverordnung setzt eine Frist von 45 Tagen, nach denen das Verbot von TikTok und dem von Tencent betriebenen Messenger WeChat in den USA Wirkung entfalten würde.
Infografik TikTok: Nutzer weltweit und in DeutschlandTikTok: Nutzer weltweit und in Deutschland
TikTok wird von der chinesischen Firma ByteDance betrieben. Es handelt sich um eines der aktuell am schnellsten wachsenden Social Networks. Es funktioniert im Kern auf Grundlage kurzer Videoclips, mit denen sich die User untereinander vernetzen. Insbesondere bei den jüngsten Zielgruppen ist die Plattform enorm populär. Zuletzt hatte sich Microsoft in Position gebracht, um zumindest Teile des Dienstes zu übernehmen.

Schützenhilfe für Microsoft

Durch den nun ergangenen Präsidenten-Erlass entwickeln sich die Dinge zumindest für die Redmonder positiv. Denn die festgesetzte Frist dürfte die Verhandlungsposition Microsofts stärken und den Preis ordentlich drücken. Denn wenn ByteDance jetzt nicht verkauft, wäre das US-Geschäft Mitte Dezember komplett hinfällig.

Das aktuelle Vor­gehen der US-Re­gie­rung ord­net sich in den seit Jah­ren an­dauern­den Handel­skon­flikt mit China ein. Vor allem Hua­wei stand hier bis­her im Mittel­punkt der Aus­einander­setzung, aber auch an vie­len ande­ren Punk­ten gab es Aus­wir­kungen. Viel­fach zeigte sich aller­dings, dass die frü­her gern ein­gesetz­ten wirtschaft­lichen Blockaden auf­grund der enor­men Ver­netzung der Welt­wirt­schaft kaum noch mög­lich sind. Ins­beson­dere wenn man die US-Wirtschaft von ihren Bezie­hungen zu chi­nesi­schen Unter­nehmen ab­trennt, schadet man ihr selbst auch massiv.

Allerdings gibt es bei den nun betroffenen Unternehmen noch einen weiteren Aspekt: Wie bei allen Social Media-Diensten fließen hier teils recht sensible Daten über die Interessen und Gewohnheiten von Nutzern zusammen, die aktuell im repressiven China gesammelt und verarbeitet werden.

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