SETI@home: Ältestes Distributed-Computing-Projekt stellt Arbeit ein

Das berühmteste und wohl auch langlebigste Distributed-Computing-Projekt geht seinem Ende entgegen: In einigen Wochen werden die Teilnehmer an SETI@home keine weiteren Daten mehr bekommen, die sie für das Gesamtprojekt auswerten können. Ende März wird das ganze Projekt in den Ruhemodus versetzt. Von einen endgültigen Ende wollen die Betreiber der University of California, Berkeley, derzeit noch nicht sprechen. Denn es kann sein, dass eines Tages doch wieder Daten vorliegen, bei deren Auswertung man die Hilfe vieler freiwilliger Nutzer gut gebrauchen kann. In diesem Fall soll das dann hoffentlich noch vorhandene Netz aktiver Clients einfach reaktiviert werden.

Als Grund für das vorläufige Ende des Projektes führten die Betreiber an, dass der Wert der zurückkommenden Ergebnisse immer weiter sinke und eigentlich alle benötigten Berechnungen erst einmal durchgeführt wurden. Hinzu komme, dass SETI@home einiges an administrativem Aufwand verlange, während sich die beteiligten Forscher eigentlich auf die abschließenden Analysen der bisherigen Ergebnisse und deren Auswertung in einem wissenschaftlichen Paper konzentrieren müssten.

Andere Projekte möglich

Es kann sein, dass auf den Rechnern der Teilnehmer aber schon bald neue Datenpakete aufschlagen. Denn das SETI@home-Team will insbesondere anderen Astronomen ihrer Universität die Kapazitäten anbieten. Mögliche Projekte, denen die Rechenkapazitäten zu Gute kommen könnten sind die Kosmologie und die Forschung an Pulsaren.

Sollte hier Bedarf sein, werden die Nutzer über die bekannten Wege informiert. Webseite und Forum werden nicht abgeschaltet, hieß es. Grundsätzlich habe man aber auch nichts dagegen, wenn sich die freiwilligen Helfer auch bei anderen vergleichbaren Projekten umschauen, um die wissenschaftliche Arbeit auch weiterhin mit ihren Rechenkapazitäten zu unterstützen.

Siehe auch: SETI: Radioteleskop dank Spenden wieder aktiv
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