Anschlag in Neuseeland: Facebook muss millionenfach Videos löschen
Nach dem schrecklichen Attentat auf eine Moschee in Neuseeland sind die sozialen Netze und Video-Plattformen damit beschäftigt, ein vom Täter live gestreamtes Video seiner Tat zu entfernen. Der Vorfall zeigt wieder einmal, wie schwierig der Umgang bei Tragödien, Massakern und Katastrophen in den sozialen Netzwerken ist.
Blocken, stoppen, löschen: Innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Anschlag hat Facebook laut eigenen Angaben in mehr als 1,5 Millionen Fällen Videos bei der Verbreitung gestoppt, rund 1,2 Millionen Videos seien dabei gleich beim Upload blockiert wurden. Während Medien - in Deutschland zum Beispiel durch den Pressekodex - klare Regeln haben, wie sie mit der Darstellung von Gewalt umgehen und welches Bildmaterial sie von Gewalttaten verbreiten, haben Privatpersonen in sozialen Netzwerken oder ganz allgemein im Internet da nur ihre eigene Ethik, Grenzen und Moralvorstellung, die sie von der Veröffentlichung abhalten könnte.
Während bei Facebook das Sicherheitssystem der Verbreitung des Terrorvideos Einhalt gebieten konnte, soll es bei YouTube ganz anders ausgesehen haben, was Google neue Kritik im Umgang mit Gewaltszenen einbringt.
Etliche Nutzer hatten das Video gemeldet, erhielten aber häufig nur den Hinweis "Wir haben Ihre Beschwerde überprüft und die Inhalte auf Nutzer ab 18 Jahren beschränkt" - was bedeutet, dass die Verbreitung des Videos keinesfalls eingeschränkt wird. Entsprechend häufig wurden Videos geteilt, neu hochgeladen, editiert und kommentiert.
Live-Funktion ohne Filter
Der Täter hatte das Massaker in Christchurch, Neuseeland, teilweise mit einer Helmkamera gefilmt und rund 17 Minuten lang live über Facebook gestreamt. Daher konnte Facebook laut eigenen Angaben die Verbreitung zunächst nicht durch die automatischen Filter, die Gewaltszenen blockieren sollen, stoppen, denn für die Live-Funktionen gibt es kein entsprechendes Filtersystem (via Reuters). Erst später griff das System bei der Verbreitung, wobei neu editierte beziehungsweise neu hochgeladene Fassungen des schrecklichen Videos der Tat teilweise wieder für Nutzer sichtbar waren.Während bei Facebook das Sicherheitssystem der Verbreitung des Terrorvideos Einhalt gebieten konnte, soll es bei YouTube ganz anders ausgesehen haben, was Google neue Kritik im Umgang mit Gewaltszenen einbringt.
Etliche Nutzer hatten das Video gemeldet, erhielten aber häufig nur den Hinweis "Wir haben Ihre Beschwerde überprüft und die Inhalte auf Nutzer ab 18 Jahren beschränkt" - was bedeutet, dass die Verbreitung des Videos keinesfalls eingeschränkt wird. Entsprechend häufig wurden Videos geteilt, neu hochgeladen, editiert und kommentiert.
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