El Paso-Massaker: Cloudflare verteidigt erst 8chan - wirft es nun raus

Licht, Feuer, Kerzen, Trauer, Teelichter Bildquelle: Pixabay
Der Cloud-Hoster Cloudflare hat sich nun doch dafür entschieden, das 8chan-Board aus seinen Datenzentren zu werfen. Hintergrund ist die Verbindung der Community zu einem der jüngsten Anschläge in den USA, bei dem viele Tote zu beklagen waren. Der mutmaßliche Täter war wohl selbst in der Community aktiv. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand spielte sich am Samstag in etwa folgendes ab: Ein 21-jähriger Mann aus Dallas fuhr in die fast tausend Kilometer entfernte Grenzstadt El Paso. Dort betrat er eine Walmart-Filiale, die unter anderem auch von vielen Mexikanern zum Einkaufen genutzt wird, und begann dort auf Menschen zu schießen. 20 Menschen starben, 26 wurden teils schwer verletzt.

Kurz zuvor hatte der Täter im 8chan-Forum einen Text veröffentlicht, in dem er zu seinem Vorhaben Stellung nahm. In diesem spricht der junge Mann - ebenso wie der US-Präsident - von einer Invasion von Lateinamerikanern und versteigt sich auch im weiteren in diversen Aussagen, die aus den einschlägigen rechtsextremistischen Kreisen der USA wohlbekannt sind. Des weiteren berief er sich auf den Terroranschlag im neuseeländischen Christchurch, bei dem ein Rechtsradikaler 51 Menschen während eines Gottesdienstes in einer Moschee erschoss.

Schon kurz nach der Tat in El Paso geriet auch Cloudflare in die Kritik, weil es 8chan weiter auf seinen Servern beließ. In dem Forum fand sich inzwischen nicht mehr nur das so genannte Manifest des mutmaßlichen Täters, sondern auch ein langer Kommentarstrang, in dem der Terrorakt bejubelt wurde.

Hosten oder nicht?

In einer ersten Stellungnahme verteidigte Matthew Prince, Chef von Cloudflare, noch, dass man 8chan trotz einiger vergleichbarer Vorfälle weiterhin auf der eigenen Infrastruktur gewähren lasse. Er führte dabei aus, dass es wohl besser sei, das Forum könne so wenigstens einer gewissen Kontrolle durch das Cloudflare-Team unterzogen und klar rechtswidrige Äußerungen an die Behörden weitergereicht werden - was nicht mehr der Fall wäre, wenn die Plattform zu einem anderen Anbieter ausweiche.

Nun aber wurde der öffentliche Druck wohl doch zu groß und Prince ruderte zurück. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber sich nun doch entschlossen, 8chan rauszuwerfen. Grundsätzlich wolle man nicht alle Seiten loswerden, die stark an die Grenzen dessen gehen, was die Cloudflare-Mitarbeiter verkraften könnten. Hier sei aber dann doch eine Linie überschritten worden: Eine Seite wie 8chan, führte der Firmenchef aus, bereite mit dem auf ihr kursierenden Hass offensichtlich auch den Boden für Taten, wie sie nun in El Paso geschahen.

Siehe auch: Münchener Terroranschlag: BKA hebt Darknet-Quelle der Waffe aus Licht, Feuer, Kerzen, Trauer, Teelichter Licht, Feuer, Kerzen, Trauer, Teelichter Pixabay
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren13
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 06:25 Uhr Bluray Player und DVD Player Software für Windows 10 / 8.1 / 7Bluray Player und DVD Player Software für Windows 10 / 8.1 / 7
Original Amazon-Preis
24,99
Im Preisvergleich ab
24,99
Blitzangebot-Preis
16,98
Ersparnis zu Amazon 32% oder 8,01

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

Tipp einsenden