Dreist: Netzbetreiber verkaufen Live-Ortungsdaten zu jedem US-Nutzer

App, Gps, Standort, standortdaten, Strava, Militärbasis Bildquelle: The Guardian
Die US-Mobilfunkanbieter AT&T, T-Mobile und Sprint scheinen sich nur wenig um die Privatsphäre ihrer Nutzer zu scheren. Laut aktuellem Medienbericht kann man bei den Unternehmen für relativ wenig Geld den aktuellen Standort eines jeden Endgeräts erwerben. Ein Gesetz, das einen solchen Handel von Standortdaten unterbinden sollte, war vor Inkrafttreten einkassiert worden.

Der Handel mit Live-Standorten der Kunden ist ein reges Geschäft

Dass man es durch die Nutzung verschiedener Dienste auch Dritten leicht machen kann, den eigenen Standort zu ermitteln, ist klar. Dass die großen US-Mobilfunkbetreiber aber einen regen Handel mit den Live-Standorten aller in ihren Netzen aktiven Endgeräte betreiben, ohne dass die betroffenen Nutzer einen Einfluss darauf haben, kann man wohl auf jeden Fall als dreist bezeichnen.


Wie Motherboard berichtet, ist in den USA so ein reger Schwarzmarkthandel für private Überwachung entstanden. Dabei gewähren die Netzbetreiber zunächst anderen Unternehmen zu jeder Zeit den Zugriff auf die aktuellen Aufenthaltsorte aller im Mobilfunknetz eingebuchten Geräte. Diese Unternehmen können diese Daten dann wiederum an Dritte weiterverkaufen - ein Handelskreislauf entsteht. Wie die Journalisten schreiben, kamen sie bei einem der Anbieter für weniger als 5 US-Dollar an den aktuellen Standort eines bestimmten Geräts.

Ebenfalls im Angebot: Die laufende Verfolgung von Geräten. Wer Live-Updates über Standortänderungen eines Handys erhalten will, kann diese für einen Preis zwischen acht und 13 Dollar erwerben - Motherboard teilt hier aber nicht mit, für wie lange dann der Zugriff auf den Live-Standort gewährt wird. Allerdings nennt der Artikel die Inklusivleistungen: Im Preis inbegriffen ist die Feststellung des Anschlussinhabers und diverser Daten aus dem Kundenkonto.

Nicht verboten

AT&T, T-Mobile und Sprint können in den USA sehr offen damit umgehen, dass sie sensible Daten ihrer Kunden auf einem offenen Markt zu Spottpreisen anbieten. In den USA gibt es keine gesetzliche Regelung, die einen solchen Handel verbieten würde. Die Kommunikations-Regulierungsbehörde FCC hatte zwar kurz vor dem Ende der Amtszeit US-Präsident Barack Obamas entsprechende Datenschutzvorschriften erlassen, die wurden aber noch vor Inkrafttreten durch das US-Parlament wieder aufgehoben.

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