Microcode-Patches gegen CPU-Lücken nicht unbedingt eine gute Idee
Der Kryptographie-Legende Adi Shamir ist nicht ganz wohl bei der Sache, wenn jetzt die Chiphersteller immer häufiger Patches für ihre Prozessoren herausgeben. Denn dies sei schlicht nicht mit einem herkömmlichen Software-Update zu vergleichen und könnte im schlimmsten Fall Milliarden von Chips einfach zerstören.
Shamir ist in der Informatik-Szene jemand, auf den man hört. Immerhin steht sein Name hinter dem S im RSA-Verschlüsselungsverfahren. Der Professor vom Weizmann Institute of Science in Israel hat jetzt seine Bedenken dagegen kundgetan, dass insbesondere die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre dafür sorgten, dass die Chiphersteller massiv unter Druck gerieten, doch endlich tiefgehende Patches gegen die Probleme bereitzustellen.
Das führte dazu, dass hier relativ schnell Patches herausgegeben wurden - und kurz darauf nochmal "Patches für die Patches", so Shamir laut einem Bericht der ITNews. Hier wäre seiner Ansicht nach mehr Gelassenheit gefragt, denn man hat es letztlich nicht einfach mit einem Programmierfehler in einer Anwendung zu tun. "Wenn man ein Problem mit der Software bekommt, installiert man einfach das Betriebssystem neu und alles ist ok", erklärte er. Das sei in den beschriebenen Fällen aber eben nicht der Fall.
Und unbrauchbar wäre dann wörtlich zu nehmen. Denn wenn die Chips erst einmal zumachen, gibt es keine Möglichkeit mehr sie zu retten. Hier ist es dann einfach nicht mehr möglich, nochmal eine frühere Software-Version einzuspielen. Angesichts dessen, dass Angriffe über Bugs in der Hardware aufgrund ihrer Komplexität doch eher extrem selten sind, sollte man Änderungen am Microcode nur sehr selten und mit viel Bedacht herausgeben.
Siehe auch:
Das führte dazu, dass hier relativ schnell Patches herausgegeben wurden - und kurz darauf nochmal "Patches für die Patches", so Shamir laut einem Bericht der ITNews. Hier wäre seiner Ansicht nach mehr Gelassenheit gefragt, denn man hat es letztlich nicht einfach mit einem Programmierfehler in einer Anwendung zu tun. "Wenn man ein Problem mit der Software bekommt, installiert man einfach das Betriebssystem neu und alles ist ok", erklärte er. Das sei in den beschriebenen Fällen aber eben nicht der Fall.
Chips können unbrauchbar werden
"Wenn man am Microcode eines Prozessors herumspielt, besteht eine reale Chance, dass es zu einer großen Katastrophe kommt", führte Shamir aus. So könne es durchaus passieren, dass man mit einem Patch einen weiteren Fehler in die Chips einbaut, der dann aber erst unter bestimmten Voraussetzungen Wirkung entfaltet. Milliarden von CPUs könnten so letztlich auf einen Streich unbrauchbar gemacht werden.Und unbrauchbar wäre dann wörtlich zu nehmen. Denn wenn die Chips erst einmal zumachen, gibt es keine Möglichkeit mehr sie zu retten. Hier ist es dann einfach nicht mehr möglich, nochmal eine frühere Software-Version einzuspielen. Angesichts dessen, dass Angriffe über Bugs in der Hardware aufgrund ihrer Komplexität doch eher extrem selten sind, sollte man Änderungen am Microcode nur sehr selten und mit viel Bedacht herausgeben.
Siehe auch:
- Microsoft zu Spectre/Meltdown: Was gemacht wurde, was noch kommt
- Windows 7: Ohne Antiviren-Software fehlen Meltdown/Spectre-Patches
- Auch AMD fängt jetzt mehrere Klagen wegen des Umgangs mit Spectre
- Intel liefert ein neues Spectre-Update aus - dieses soll "stabil" sein
- Spectre und Meltdown: Intel erwarten 32 Klagen zu den Schwachstellen
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Christian Kahle
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