Microsofts Deutschland-Cloud bei der Telekom wird zum Rohrkrepierer
Die von Microsoft noch vor einiger Zeit mit großem Optimismus gestartete "Deutschland-Cloud" stellt sich zunehmend als Misserfolg heraus. Aus Sicht vieler Kunden überwiegen die vielfältigen Nachteile des Modells, bei dem Datenzentren der Deutschen Telekom zum Einsatz kommen, das Verkaufsargument eines besseren Datenschutzes.
Wie das Handelsblatt in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, rennen die Kunden den Partnern nicht gerade die Türen ein. Zu teuer und zu rückständig, lauten die Kommentare von Experten, wenn es um die Cloud-Dienste Microsofts in den Telekom-Datenzentren geht. Es sei schlicht wirtschaftlicher, auf die ganz normalen Angebote der Redmonder zurückzugreifen.
Der Aufbau des Dienstes war eine Reaktion auf die Versuche der US-Regierung, auf beliebige Daten zuzugreifen, die auf Microsoft-Servern irgendwo in der Welt gespeichert sind. Hinzu kamen außerdem die zahlreichen Berichte rund um den NSA-Leak von Edward Snowden. Die Idee war daher Kundendaten von Microsoft-Diensten verarbeiten zu lassen, die auf Systemen der Deutschen Telekom laufen und damit treuhänderisch der starken deutschen Datenschutz-Gesetzgebung unterliegen.
Eine kurze Zeit soll es durchaus Interesse und einen kleinen Hype um das Partnermodell zwischen Redmond und der Telekom gegeben haben. Inzwischen hätten die meisten Kunden aber eine "pragmatischere Einstellung entwickelt", hieß es. Behilflich soll dabei unter anderem auch der Preis gewesen sein: Für den besseren Datenschutz ist kaum jemand bereit im Durchschnitt 25 Prozent mehr zu bezahlen. Microsoft soll daher die weitergehende Nachfrage nach seinen Cloud-Angeboten ohne den Umweg über die Telekom bedienen zu wollen. Im Zuge dessen seien dem Vernehmen nach auch zwei neue eigene Datenzentren in Deutschland in der Planung.
Update: Letzteres wurde von Microsoft inzwischen bestätigt. Die neuen Anlagen sollen dabei einem geänderten Konzept folgen: Microsoft unterteilt den Betrieb seiner Infrastruktur in verschiedene Regionen. Das soll gewährleisten, dass sich beispielsweise US-Behörden auch dann am deutschen oder europäischen Recht orientieren müssen, wenn statt des Treuhänders eben die neue Regionalverwaltung zuständig ist.
Siehe auch: Schranke für US-Behörden - auch Office 365 jetzt in der Schland-Cloud
Der Aufbau des Dienstes war eine Reaktion auf die Versuche der US-Regierung, auf beliebige Daten zuzugreifen, die auf Microsoft-Servern irgendwo in der Welt gespeichert sind. Hinzu kamen außerdem die zahlreichen Berichte rund um den NSA-Leak von Edward Snowden. Die Idee war daher Kundendaten von Microsoft-Diensten verarbeiten zu lassen, die auf Systemen der Deutschen Telekom laufen und damit treuhänderisch der starken deutschen Datenschutz-Gesetzgebung unterliegen.
Niemand zahlt gern für Datenschutz
Das Problem dabei: Ein guter Datenschutz lässt sich wirtschaftlich kaum einpreisen - denn selbst wenn es zu Datenverlusten kommt, hat das nur selten wirklich handfeste finanzielle Folgen. So wiegen beispielsweise die Strafen für einen schlampigen Umgang mit Nutzerdaten die Kosten des höheren Aufwandes hinreichender Sicherungen kaum auf. Das zeigt sich auch im Beispiel der Deutschland-Cloud: Die Kunden greifen lieber auf die normalen Angebote direkt bei Microsoft zurück, die preiswerter und auf einem aktuellen Stand sind.Eine kurze Zeit soll es durchaus Interesse und einen kleinen Hype um das Partnermodell zwischen Redmond und der Telekom gegeben haben. Inzwischen hätten die meisten Kunden aber eine "pragmatischere Einstellung entwickelt", hieß es. Behilflich soll dabei unter anderem auch der Preis gewesen sein: Für den besseren Datenschutz ist kaum jemand bereit im Durchschnitt 25 Prozent mehr zu bezahlen. Microsoft soll daher die weitergehende Nachfrage nach seinen Cloud-Angeboten ohne den Umweg über die Telekom bedienen zu wollen. Im Zuge dessen seien dem Vernehmen nach auch zwei neue eigene Datenzentren in Deutschland in der Planung.
Update: Letzteres wurde von Microsoft inzwischen bestätigt. Die neuen Anlagen sollen dabei einem geänderten Konzept folgen: Microsoft unterteilt den Betrieb seiner Infrastruktur in verschiedene Regionen. Das soll gewährleisten, dass sich beispielsweise US-Behörden auch dann am deutschen oder europäischen Recht orientieren müssen, wenn statt des Treuhänders eben die neue Regionalverwaltung zuständig ist.
Siehe auch: Schranke für US-Behörden - auch Office 365 jetzt in der Schland-Cloud
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Christian Kahle
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