Real-Supermärkte schaffen Gesichtskameras im Kassenbereich wieder ab

Wer in einem Supermarkt der Kette Real einkaufen geht, muss nun nicht mehr damit rechnen, von Gesichtserkennungs-Systemen erfasst zu werden. Einen Testlauf hat das Unternehmen beendet, da die öffentliche Diskussion deutlich machte, dass die Verbraucher solche Systeme eher nicht zu schätzen wissen.
Gesichtserkennung, Face.com, Avram Piltch
LaptopMag
Dabei ging es nicht einmal darum, Personen zu identifizieren und zu durchleuchten, die in dem Supermarkt einkaufen. Vielmehr sollte die Kamera-Aufnahme erkennbar machen, ob Kunden, während sie an der Kasse anstehen, die Botschaften auf Werbe-Bildschirmen ansehen. Dafür hatte der Partner Echion aus Augsburg entsprechende Systeme in 41 Filialen installiert.

Die ganze Aktion lief bereits seit dem Herbst des letzten Jahres weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit. Erst in der letzten Zeit wurde die Sache an verschiedenen Stellen thematisiert, was zu entsprechenden Unmutsbekundungen von Verbrauchern führte. In der Folge teilte der Handelskonzern nun mit, dass der Test jetzt mit sofortiger Wirkung beendet werde.


"Wir haben gelernt"

Es sei, so hieß es, der Eindruck erweckt worden, es würden im Kassenbereich ohne Wissen der Kunden Daten erhoben. Das sei aber nicht der Fall. Vielmehr habe es sich um ein geschlossenes System gehandelt, auf das Real keinen Zugriff hatte. Es seien auch keine Persönlichkeitsmerkmale erfasst worden, was dazu führte, dass aus Sicht der Betreiber auch keine Informationspflicht gemäß des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) bestand.

Man räumte allerdings ein, dass bei neuen Technologien immer auch klar sein müsse, welchen Nutzen die Kunden davon haben - was hier nicht der Fall war. Und auch wenn letztlich wirklich keine persönlichen Daten gespeichert wurden, dürfte vielen Verbrauchern kaum wohl dabei sein, wenn ihr Gesicht gezielt von Kameras aufgenommen wird wenn sie an der Kasse anstehen. Bei Real zog man aus der ganzen Sache aber die Konsequenz, dass die Einführung neuer technischer Systeme zukünftig enger mit Kundenbeiräten und Fokusgruppen diskutiert werden sollen.
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