Netflix via VPN nutzen ist wie Müll aus dem Autofenster werfen
In der idealen Welt von Mary Ann Turcke, die seit Kurzem an der Spitze des kanadischen Medienkonzerns Bell Media steht, würden Nutzer sozial ausgegrenzt werden, wenn sie VPN-Dienste zur Umgehung von Ländergrenzen im Internet verwenden. Denn diese unterlaufen die national organisierten Geschäfte der Medienindustrie.
"Es muss gesellschaftlich inakzeptabel werden, dass man VPNs nutzt, um auf die US-Ausgabe von Netflix zuzugreifen - ebenso wie Müll aus dem Autofenster zu werfen. Man macht das einfach nicht", erklärte sie laut einem Bericht der kanadischen Tageszeitung The Star. Wenn kanadische Nutzer - oder solche aus einem beliebigen anderen Land - auf einen Service zugreifen, der für User aus den USA gedacht ist, sei dies aus ihrer Sicht schlicht Diebstahl.
Allerdings scheint ihr klar zu sein, dass es wohl kaum eine Möglichkeit geben wird, die Anwender über rechtliche Regelungen und Strafverfolgung dazu zu bringen, die Nutzung von VPNs zur Umgehung von Geoblocking zu unterlassen. Daher hofft Turcke, dass es gelingt, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem dies zu den nicht akzeptierten Verhaltensweisen gezählt wird.
Die Konzernchefin berichtete davon, wie ihre 15-jährige Tochter bei einer Reise in die USA entdeckt habe, dass das Angebot von Netflix dort viel umfangreicher ist. Zu Hause habe sie daher auf VPN-Dienstleister zurückgegriffen, um die Ländersperre zu umgehen. "Ihr wurde vermittelt, dass sie Diebstahl begeht", so Turcke. "Überflüssig zu sagen, dass es jetzt kein VPN mehr gibt."
In Kanada, wo die Sprachbarrieren deutlich geringer sind als hierzulande, gehört die Nutzung von VPNs inzwischen schon zur Normalität der Nutzer. Untersuchungen haben ergeben, dass beispielsweise etwa ein Drittel der Netflix-Kunden dort ihre Datenverbindungen ins Nachbarland tunneln, um auf das breitere Streaming-Angebot zugreifen zu können.
Dabei dürfte die Haltung der Medienindustrie hier noch schwerer zu vermitteln sein, als es beispielsweise beim Filesharing der Fall war. Während dabei den meisten Nutzern im Grunde durchaus klar war, dass sie gegen bestehende rechtliche Regelungen verstoßen, werden sie das wohl kaum einsehen, wenn sie für die Nutzung des Dienstes bezahlen und dann auch das gesamte Streaming-Angebot verwenden wollen.
Allerdings scheint ihr klar zu sein, dass es wohl kaum eine Möglichkeit geben wird, die Anwender über rechtliche Regelungen und Strafverfolgung dazu zu bringen, die Nutzung von VPNs zur Umgehung von Geoblocking zu unterlassen. Daher hofft Turcke, dass es gelingt, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem dies zu den nicht akzeptierten Verhaltensweisen gezählt wird.
Die Konzernchefin berichtete davon, wie ihre 15-jährige Tochter bei einer Reise in die USA entdeckt habe, dass das Angebot von Netflix dort viel umfangreicher ist. Zu Hause habe sie daher auf VPN-Dienstleister zurückgegriffen, um die Ländersperre zu umgehen. "Ihr wurde vermittelt, dass sie Diebstahl begeht", so Turcke. "Überflüssig zu sagen, dass es jetzt kein VPN mehr gibt."
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Christian Kahle
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