"Widerlich und erpresserisch":
Autoren greifen Amazon scharf an
Der Handelskonzern Amazon zieht durch sein Geschäftsgebaren zunehmend auch den Unmut von Autoren auf sich. In den USA formiert sich unter diesen bereits eine breitere Front gegen das Unternehmen, doch auch weltweit und hierzulande wächst die Verärgerung.
"Ich wünsche diesem entsetzlichen Monopolisten den Untergang", sagte die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff gegenüber der Wochenzeitung Die Zeit (morgige Ausgabe). Sie sehe in Amazon "ein widerliches, erpresserisches Unternehmen". Auch viele andere Autoren sehen das Quasi-Monopol von Amazon im Online-Buchhandel mit wachsender Sorge, auch wenn sie sich etwas zurückhaltender ausdrücken.
Der Gedanke nach weitergehenden Aktionen gegen den Online-Händler macht jedoch bereits die Runde. "Allein hat das keinen Zweck, aber wenn genügend Autoren mitmachen würden, schlösse ich mich wahrscheinlich einem Boykott sofort an", so der Autor und Orientalist Navid Kermani.
Hintergrund des Ärgers is der Umgang Amazons mit einigen großen Verlagen wie Hachette in den USA und der schwedischen Bonnier-Gruppe, die auch in Deutschland eine Reihe von Töchtern hat. Diese berichteten davon, dass der Händler Neuerscheinungen teilweise wochenlang nicht verschickt, um gegenüber den Verlagen höhere Rabatte herauszuschlagen. "Hier liegt eindeutig der Missbrauch einer Monopolmacht vor, gegen die juristisch und politisch vorgegangen werden muss", forderte der Schriftsteller und Journalist Günter Wallraff.
Die Zeit hat insgesamt 19 Autoren aus verschiedenen Ländern zu der Angelegenheit befragt. In der morgigen Ausgabe kommen so unter anderem Jonathan Franzen, Daniel Kehlmann, A. L. Kennedy, Roger Willemsen, Navid Kermani, Ingo Schulze, Kathrin Passig, Rüdiger Safranski und Günter Wallraff zu Wort.
Problem ist die Abhängigkeit
Denn kaum ein Schriftsteller sieht sich jedoch in der Lage, seinen Verlag anzuweisen, die eigenen Bücher nicht mehr über Amazon zu vertreiben. "Ich hätte es lieber, wenn die Leute meine Bücher an diesen alternativen Stellen kauften, aber ich habe auch kein Problem damit, wenn Amazon sie verkauft. Ich möchte gelesen werden", erklärte beispielsweise Jonathan Franzen.Der Gedanke nach weitergehenden Aktionen gegen den Online-Händler macht jedoch bereits die Runde. "Allein hat das keinen Zweck, aber wenn genügend Autoren mitmachen würden, schlösse ich mich wahrscheinlich einem Boykott sofort an", so der Autor und Orientalist Navid Kermani.
Hintergrund des Ärgers is der Umgang Amazons mit einigen großen Verlagen wie Hachette in den USA und der schwedischen Bonnier-Gruppe, die auch in Deutschland eine Reihe von Töchtern hat. Diese berichteten davon, dass der Händler Neuerscheinungen teilweise wochenlang nicht verschickt, um gegenüber den Verlagen höhere Rabatte herauszuschlagen. "Hier liegt eindeutig der Missbrauch einer Monopolmacht vor, gegen die juristisch und politisch vorgegangen werden muss", forderte der Schriftsteller und Journalist Günter Wallraff.
Die Zeit hat insgesamt 19 Autoren aus verschiedenen Ländern zu der Angelegenheit befragt. In der morgigen Ausgabe kommen so unter anderem Jonathan Franzen, Daniel Kehlmann, A. L. Kennedy, Roger Willemsen, Navid Kermani, Ingo Schulze, Kathrin Passig, Rüdiger Safranski und Günter Wallraff zu Wort.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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Christian Kahle
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