Amazons sturer Wachstumskurs macht Anleger langsam nervös

Der Handelskonzern Amazon nimmt für sein Wachstum weiterhin massive Verluste in Kauf. Die Anleger haben dies lange still ertragen, doch die Bedenken werden inzwischen lauter artikuliert. Man befürchtet, dass das Unternehmen den Bogen eines Tages schlicht überspannen könnte.
Amazon, E-Book-Reader, Kindle Paperwhite
Amazon
Wie Amazon mitteilte, habe man den Umsatz im zweiten Quartal auf 19,34 Milliarden Dollar steigern können. Das sind immerhin 23 Prozent mehr als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres verbucht wurden, als man 15,7 Milliarden Dollar an Einnahmen verzeichnete. Die Investitionen, die für das starke Wachstum sorgten, führten parallel dazu, dass sich die Verluste deutlich ausweiteten. Nach 7 Millionen Dollar im Vorjahr wurde nun ein Fehlbetrag von 126 Millionen Dollar verbucht. Das entspricht 27 Cent je Aktie, die Analysten hatten hier mit maximal 15 Cent gerechnet.

"Wir versuchen nicht, alles auf den kurzfristigen Profit hin zu optimieren", sagte Finanzchef Tom Szkutak. Er will daran festhalten, den Fokus auf die Erschließung neuer Geschäftsbereiche und Produktkategorien zu legen, statt sich über die Gewinne Gedanken zu machen. Allerdings nimmt die Zahl der Zweifler zu, da es auch keine klaren Ansagen gibt, wann sich all diese Investitionen denn einmal auszahlen sollen. "Die Skepsis steigt", erklärte Colin Gillis, ein Analyst bei BGC Partners. "Es ist schon schwer, 20 Milliarden Dollar Umsatz zu haben und dabei kein Geld zu verdienen. Das ist schon ein Kunststück."

Szkutak bleibt stur

Doch Szkutak will sich davon nicht beirren lassen. Geduldig erklärt er Maßnahmen, in die das Unternehmen einiges an Kraft steckt, die aber kaum eine direkte Wirkung zeigen. So beispielsweise den Ausbau der Nutzerzahlen beim Prime-Service. "Das hat kurzfristig einige Effekte, aber eigentlich wirken diese erst langfristig so richtig", führte er aus. Denn Prime-Kunden kaufen über längere Zeit mehr ein als andere.

Ähnliches gilt für den gerade gestarteten Abo-Dienst für E-Books oder das Engagement im Smartphone-Bereich. Hier verzichtet das Unternehmen erneut auf kurzfristige Mitnahme-Effekte, sondern sorgt für die Bindung von Kunden und den Aufbau weiterer Vertriebskanäle. Trotzdem muss das Management langsam aber sicher wohl dafür sorgen, den Anlegern etwas Nervennahrung abzugeben - denn die wachsende Unruhe sorgte nach der Vorlage der aktuellen Bilanzen erst einmal für einen spürbaren Einbruch des Aktienkurses.
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Amazons Aktienkurs in Euro
Kindle Oasis im Preis-Check
Derzeit keine Angebote im Preisvergleich
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!