Julian Assange: Facebook, Google und NSA werden Weltherrscher

Der Gründer der Plattform Wikileaks, Julian Assange, versinkt durch seine relativ isolierte Lebensweise im ecuadorianischen Botschaftsasyl in London offenbar tiefer in eine Weltsicht, die vor allem von einer Verschwörung der Mächtigen gegen die Bürger geprägt ist.
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Er sieht die gesamte Welt in eine Richtung abgleiten, in der diese von zwei Internet-Unternehmen und einem Geheimdienst beherrscht wird. "Die drei Titanen Google, Facebook und die NSA übernehmen sukzessive die Welt", sagte Assange im Interview mit der Moderatorin Anke Engelke, das im Rahmen der Sendung "Anke hat Zeit" am 15. Juli im WDR ausgestrahlt werden soll.

Vor allem Google schreibt er dabei eine entscheidende Rolle zu: "Tagtäglich gehen weitere 1,5 Millionen Geräte mit Google-Betriebssystem ans Netz, vor allem Android-Handys. Diese Zahlen kennen wir deshalb, weil sie an Google berichtet werden, sobald jemand sein Gerät einschaltet. Diese Geräte schaffen eine Massenüberwachung von eineinhalb Milliarden Menschen über das Internet", führte Assange aus.

Nach Ansicht des Wikileaks-Gründers gibt es eine verborgene Weltordnung, die sich anders darstelle, als es die meisten Menschen annehmen würden. Dies erfahre man, "wenn man die internen Berichte einer Organisation oder eines Landes liest", führte er aus. "Dann erfährt man, was die Menschen innerhalb dieser Machtzentralen wirklich wissen und planen." Er selbst habe beispielsweise als Jugendlicher begonnen, illegal Computer zu hacken. "Ich habe mit 16 Jahren Berichte und E-Mails des Pentagon gelesen", sagte er.

Kein Kontakt mehr zu den Kindern

Assange sitzt seit Juni 2012 in der Botschaft fest, die im Grunde nur eine größere Wohnung ist. In diese war er wegen strafrechtlicher Ermittlungen in Schweden geflohen, um einer Auslieferung zu entgehen. Er befürchtet, dass es der schwedischen Justiz nicht darum geht, den Fall aufzuklären, sondern ihn in die USA abzuschieben. "Ich wäre gern wieder in der Lage, meine Familie und meine Kinder zu sehen. Das ist mein sehnlichster Wunsch", sagte er. Zum Schutz ihrer Anonymität habe er den Kontakt zu seinen Kindern vermieden, seit er sich in der Botschaft aufhält.
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