Guardian: Britische Regierung droht mit Schließung
Viele der Enthüllungen, die aus den Dokumenten von Edward Snowden hervorgehen, werden von der britischen Zeitung The Guardian veröffentlicht. Jetzt wurde bekannt, dass die britische Regierung deshalb sogar mit der Schließung droht.
Demnach habe man von britischen Geheimdienst-Agenten "Besuch bekommen". Man sei beschuldigt worden, durch die Snowden-Enthüllungen nicht nur die nationale Sicherheit, sondern auch Menschenleben zu gefährden. Die Mitarbeiter des britischen GCHQ hätten unmissverständlich klar gemacht, dass die Zeitung vor dem Aus steht, wenn "weitere Snowden-Enthüllungen gedruckt werden".
Der Guardian hatte schon in Zusammenhang mit Wikileaks einige Erfahrungen mit der Arbeit an sensiblen Dokumenten gesammelt. Für Paul Johnson sind die aktuellen Enthüllungen aber "die schwierigste Geschichte, die wir jemals gemacht haben".
Ein Dorn im Auge
Schon im Sommer letzten Jahres hatte The Guardian erstmals Erkenntnisse öffentlich gemacht, die aus den Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden gewonnen werden konnten. Seit dem hatte die britische Regierung die Zeitung immer wieder direkt angegriffen. Ende letzten Jahres drohte der Premierminister David Cameron mit "härteren Maßnahmen", falls die Enthüllungen rund um die Geheimdiensttätigkeiten von NSA und GCHQ kein Ende finden sollten.Wie ein Agenten-Krimi
Was mit diesen Maßnahmen gemeint war, zeigt sich jetzt. Wie der stellvertretende Guardian-Chef-Redakteur Paul Johnson bei einer Konferenz in Dublin mitteilte, habe die britische Regierung dem Guardian mit der endgültigen Schließung gedroht. Die Überbringung dieser Botschaft verlief dabei nach den Aussagen Johnsons wie ein echter Krimi.Demnach habe man von britischen Geheimdienst-Agenten "Besuch bekommen". Man sei beschuldigt worden, durch die Snowden-Enthüllungen nicht nur die nationale Sicherheit, sondern auch Menschenleben zu gefährden. Die Mitarbeiter des britischen GCHQ hätten unmissverständlich klar gemacht, dass die Zeitung vor dem Aus steht, wenn "weitere Snowden-Enthüllungen gedruckt werden".
Ein Raum ohne Anschluss
Um die Arbeit mit den Dokumenten von Edward Snowden überhaupt zu ermöglichen, musste laut den aktuellen Aussagen des Guardian-Vize-Chefredakteurs ein sehr großer Aufwand betrieben werden. Die verantwortlichen Redakteure konnten nur verschlüsselt kommunizieren. Dazu wurde nur in einem geschützten und bewachten Raum ohne Internetanschluss mit den Snowden-Dokumenten gearbeitet.Der Guardian hatte schon in Zusammenhang mit Wikileaks einige Erfahrungen mit der Arbeit an sensiblen Dokumenten gesammelt. Für Paul Johnson sind die aktuellen Enthüllungen aber "die schwierigste Geschichte, die wir jemals gemacht haben".
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