Bing reicht Chinas Zensur in den Rest der Welt durch
Der Software-Konzern Microsoft reicht die zensierte Version seiner Suchmaschine Bing von China aus offenbar direkt auch in den Rest der Welt durch. Das zeigte eine Analyse der Ergebnislisten zu kritischen Anfragen.
Die offizielle Zulassung für die Bereitstellung ihrer Produkte in China hatten sowohl Google als auch Microsoft nur erhalten, wenn sie sich den Zensur-Regelungen im Land unterwarfen. Während Google immer wieder gegen die Verpflichtung aufbegehrte, scheint Microsoft einen anderen Weg zu gehen und die zensierte Version auch außerhalb Chinas anzubieten, wenn sich ein Nutzer in chinesischer Sprache informieren will.
Sucht man beispielsweise von den USA aus auf chinesisch nach dem Dalai Lama, erhält man als ersten Treffer eine Dokumentation vom chinesischen Staatsfernsehen, berichtet der Guardian. Es folgt der Artikel auf Baidu Baike, dem chinesischen Wikipedia-Klon, auf dem kritische Inhalte natürlich nicht zu finden sind. Da Yahoo den gleichen Suchindex wie Bing verwendet, gleichen sich die Ergebnisse hier.
Verwendet man statt dessen die englische Version, zeigt sich eine ganz andere Zusammenstellung der Trefferlisten. Hier steht im gewählten Beispiel die offizielle Webseite des Dalai Lama ganz oben, gefolgt vom passenden Wikipedia-Artikel und Phayul.com, einer pro-tibetanischen Webseite. Anders als in der chinesischen Fassung sind hier auch Bilder des Religionsoberhauptes zu sehen.
Stellt man die von den USA aus erreichbaren chinesischen und englischen Sprachversionen von Google gegenüber, erhält man hingegen im Wesentlichen die gleichen Ergebnisse: Wikipedia-Einträge sowie aktuelle Nachrichten zum Geschehen in Tibet.
Die Unterschiede lassen sich bei Bing auch bei anderen Anfragen nachvollziehen. Dies gilt beispielsweise für den ehemaligen hochrangigen Regierungsvertreter Bo Xilai, der lebenslänglich wegen Korruptionsvorwürfen hinter Gittern sitzt.
Als Charlie Smith, der Betreiber der Seite Greatfire.org, das Problem kürzlich zum ersten Mal entdeckte, glaubte er noch an einen Fehler und wandte sich mit einem entsprechenden Hinweis an Microsoft. Der Konzern wollte sich zu dem Thema nicht weiter äußern. Auch Anfragen von Pressevertretern brachten kein Ergebnis. "Das ist ein bisschen verrückt. Jeder Chinese, der aus Übersee etwas in chinesischer Sprache sucht, wird genauso behandelt wie ein Einwohner Chinas", sagte Smith. "Alles was er bekommt, ist staatlich kontrollierte Propaganda."
Sucht man beispielsweise von den USA aus auf chinesisch nach dem Dalai Lama, erhält man als ersten Treffer eine Dokumentation vom chinesischen Staatsfernsehen, berichtet der Guardian. Es folgt der Artikel auf Baidu Baike, dem chinesischen Wikipedia-Klon, auf dem kritische Inhalte natürlich nicht zu finden sind. Da Yahoo den gleichen Suchindex wie Bing verwendet, gleichen sich die Ergebnisse hier.
Verwendet man statt dessen die englische Version, zeigt sich eine ganz andere Zusammenstellung der Trefferlisten. Hier steht im gewählten Beispiel die offizielle Webseite des Dalai Lama ganz oben, gefolgt vom passenden Wikipedia-Artikel und Phayul.com, einer pro-tibetanischen Webseite. Anders als in der chinesischen Fassung sind hier auch Bilder des Religionsoberhauptes zu sehen.
Stellt man die von den USA aus erreichbaren chinesischen und englischen Sprachversionen von Google gegenüber, erhält man hingegen im Wesentlichen die gleichen Ergebnisse: Wikipedia-Einträge sowie aktuelle Nachrichten zum Geschehen in Tibet.
Die Unterschiede lassen sich bei Bing auch bei anderen Anfragen nachvollziehen. Dies gilt beispielsweise für den ehemaligen hochrangigen Regierungsvertreter Bo Xilai, der lebenslänglich wegen Korruptionsvorwürfen hinter Gittern sitzt.
Als Charlie Smith, der Betreiber der Seite Greatfire.org, das Problem kürzlich zum ersten Mal entdeckte, glaubte er noch an einen Fehler und wandte sich mit einem entsprechenden Hinweis an Microsoft. Der Konzern wollte sich zu dem Thema nicht weiter äußern. Auch Anfragen von Pressevertretern brachten kein Ergebnis. "Das ist ein bisschen verrückt. Jeder Chinese, der aus Übersee etwas in chinesischer Sprache sucht, wird genauso behandelt wie ein Einwohner Chinas", sagte Smith. "Alles was er bekommt, ist staatlich kontrollierte Propaganda."
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