Spiegel: NSA späht selbst UN-Zentrale aus
Die Geschichte um die heftik kritisierten digitalen Abhörmethoden des US-Geheimdiensts NSA bekommt ein weiteres Kapitel: Laut Der Spiegel zeichneten die Amerikaner sogar verschlüsselte Videokonferenzen der UN auf.
Aus den Dokumenten, die Whistleblower Edward Snowden an den Spiegel weitergeleitet hat, gehe demnach hervor, dass die NSA intern vermerkt habe, den Zugang zur UN-Kommunikation im Sommer 2012 als Erfolg zu verzeichnen. "Der Datenverkehr liefert uns die internen Video-Telekonferenzen der Uno (yay!)", zitiert der Spiegel aus dem Snowden-Fundus.
Statt zuvor nur 12 entschlüsselten Kommunikationen sei damals die Erfolgsquote auf 458 hochgeschnellt, "eine dramatische Verbesserung der Daten aus Video-Telekonferenzen und der Fähigkeit, diesen Datenverkehr zu entschlüsseln" sei bei der NSA vermerkt worden. Besorgniserregend sei dies allein schon deshalb, weil sich die USA einem bis heute gültigen Abkommen mit der UN verpflichtet hat, keine verdeckten Aktionen zu unternehmen. Schon Ende Juni waren Lauschangriffe der NSA auf die EU bekannt geworden.
Auch zu diesen legte der Spiegel nun neue Details vor. Unter den von Snowden kopierten Daten befänden sich etwa Lagepläne der EU-Botschaft in New York, aber auch Details zu IT-Infrastruktur und Server. Eine Angriffsmöglichkeit auf interne EU-Kommunikation sei der von der EU genutzte VPN-Tunnel zwischen den Botschaften in New York und Washington gewesen. "Wenn wir den Zugang zu einer Seite verlieren, können wir ihn unmittelbar zurückerhalten, wenn wir über das VPN der anderen Seite kommen", schreibe die NSA und: "Wir haben das mehrere Male genutzt, als wir bei ,Magothy' (Anmerkung: Codename für EU-Botschaft in Washington) rausgeschmissen wurden."
Ein weiteres NSA-Dokument belegt laut Spiegel zudem ein zusätzliches Abhörprojekt der NSA, welches intern "Special Collection Service" genannt werde, und über diplomatische US-Vertretungen in mehr als 80 Städten weltweit funktioniere. In Deutschland sei Frankfurt der Lauschposten für den "Special Collection Service", in Österreich bilde Wien die Basis.
Die neuen Enthüllungen dürften den Zwist in der Bundesregierung von Angela Merkel (CDU), ob die Snowden-Affäre bereits ausgestanden sei , erneut anheizen. Nach wie vor werden fast täglich Details aus der Arbeit der NSA bekannt, die kaum von freundschaftlicher Zusammenarbeit mit westlichen Bündnispartnern sprechen lassen. Der Lauschangriff auf die Vereinten Nationen wirkt in dem Kontext zwar vielleicht schon wie Normalität - bricht aber offensichtlich bewusst Abkommen und diplomatischen Konsens.
Statt zuvor nur 12 entschlüsselten Kommunikationen sei damals die Erfolgsquote auf 458 hochgeschnellt, "eine dramatische Verbesserung der Daten aus Video-Telekonferenzen und der Fähigkeit, diesen Datenverkehr zu entschlüsseln" sei bei der NSA vermerkt worden. Besorgniserregend sei dies allein schon deshalb, weil sich die USA einem bis heute gültigen Abkommen mit der UN verpflichtet hat, keine verdeckten Aktionen zu unternehmen. Schon Ende Juni waren Lauschangriffe der NSA auf die EU bekannt geworden.
Auch zu diesen legte der Spiegel nun neue Details vor. Unter den von Snowden kopierten Daten befänden sich etwa Lagepläne der EU-Botschaft in New York, aber auch Details zu IT-Infrastruktur und Server. Eine Angriffsmöglichkeit auf interne EU-Kommunikation sei der von der EU genutzte VPN-Tunnel zwischen den Botschaften in New York und Washington gewesen. "Wenn wir den Zugang zu einer Seite verlieren, können wir ihn unmittelbar zurückerhalten, wenn wir über das VPN der anderen Seite kommen", schreibe die NSA und: "Wir haben das mehrere Male genutzt, als wir bei ,Magothy' (Anmerkung: Codename für EU-Botschaft in Washington) rausgeschmissen wurden."
Ein weiteres NSA-Dokument belegt laut Spiegel zudem ein zusätzliches Abhörprojekt der NSA, welches intern "Special Collection Service" genannt werde, und über diplomatische US-Vertretungen in mehr als 80 Städten weltweit funktioniere. In Deutschland sei Frankfurt der Lauschposten für den "Special Collection Service", in Österreich bilde Wien die Basis.
Die neuen Enthüllungen dürften den Zwist in der Bundesregierung von Angela Merkel (CDU), ob die Snowden-Affäre bereits ausgestanden sei , erneut anheizen. Nach wie vor werden fast täglich Details aus der Arbeit der NSA bekannt, die kaum von freundschaftlicher Zusammenarbeit mit westlichen Bündnispartnern sprechen lassen. Der Lauschangriff auf die Vereinten Nationen wirkt in dem Kontext zwar vielleicht schon wie Normalität - bricht aber offensichtlich bewusst Abkommen und diplomatischen Konsens.
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