Im Todesfall: Firma will den digitalen Nachlass regeln
Eine neue Firma will nach dem Tod eines Menschen dessen digitalen Nachlass auflösen. Außerhalb des Netzes erhalten Hinterbliebene auf Wunsch schon Unterstützung, online war dies allerdings bisher kompliziert.
In München hat der Unternehmer Oliver Eiler dafür die Firma Online Begräbnisse Columba gegründet und sieht darin "ein Geschäftsmodell der Zukunft", wie er dem Nachrichtenmagazin 'Focus' (heutige Ausgabe) erklärte. Der Tod betreffe sowohl die alte als auch junge Internet-Generation, sagte Eiler dem Magazin.
Seine Geschäftsidee: Erben schicken die amtlichen Daten des Toten über ihren jeweiligen Bestatter an Columba. Dort gleicht eine Datenbank die Angaben mit den Informationen kooperierender Internet-Unternehmen ab und löscht das dort hinterlegte Profil. Das Unternehmen, das seine Dienste im Paketpreis von 249 Euro anbietet, soll heute seinen Dienst aufnehmen.
In vielen Fällen geht es dabei allerdings nicht nur darum, dass Facebook- udn E-Mail-Konten deaktiviert werden müssen. Bei vielen Nutzern sind inzwischen auch Online-Services vorhanden, bei denen beispielsweise Guthaben hinterlegt sind. "Finanziell lohnt sich das für die Angehörigen", so Eiler. Er schätzt, dass mehr als 150 Millionen Euro Guthaben jährlich versickern, beispielsweise in Online-Casino-Accounts oder bei Payment-Diensten. Das dort hinterlegte Geld stehe eigentlich den Erben zu.
Gut 53 Millionen Deutsche sind inzwischen online und hinterlassen ihre Daten im Netz. Jedes Jahr sterben in Deutschland laut Statistik zum Beispiel mehr als 240.000 Facebook-Nutzer. Ihre Profile bleiben lebendig, nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch bei Online-Bezahldiensten und in elektronischen Kaufhäusern. Der immense digitale Nachlass eines verstorbenen Angehörigen überfordert viele Erben. Schließlich wird ein Online-Account nicht automatisch stillgelegt, wenn ein Nutzer dort monatelang nicht aktiv war.
Seine Geschäftsidee: Erben schicken die amtlichen Daten des Toten über ihren jeweiligen Bestatter an Columba. Dort gleicht eine Datenbank die Angaben mit den Informationen kooperierender Internet-Unternehmen ab und löscht das dort hinterlegte Profil. Das Unternehmen, das seine Dienste im Paketpreis von 249 Euro anbietet, soll heute seinen Dienst aufnehmen.
In vielen Fällen geht es dabei allerdings nicht nur darum, dass Facebook- udn E-Mail-Konten deaktiviert werden müssen. Bei vielen Nutzern sind inzwischen auch Online-Services vorhanden, bei denen beispielsweise Guthaben hinterlegt sind. "Finanziell lohnt sich das für die Angehörigen", so Eiler. Er schätzt, dass mehr als 150 Millionen Euro Guthaben jährlich versickern, beispielsweise in Online-Casino-Accounts oder bei Payment-Diensten. Das dort hinterlegte Geld stehe eigentlich den Erben zu.
Gut 53 Millionen Deutsche sind inzwischen online und hinterlassen ihre Daten im Netz. Jedes Jahr sterben in Deutschland laut Statistik zum Beispiel mehr als 240.000 Facebook-Nutzer. Ihre Profile bleiben lebendig, nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch bei Online-Bezahldiensten und in elektronischen Kaufhäusern. Der immense digitale Nachlass eines verstorbenen Angehörigen überfordert viele Erben. Schließlich wird ein Online-Account nicht automatisch stillgelegt, wenn ein Nutzer dort monatelang nicht aktiv war.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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