Megaupload-Schließung fürs Kino nicht von Vorteil
Die Stilllegung des Filehosters Megaupload wurde von der Medienindustrie als großer Erfolg im Kampf gegen illegale Kopien, die das eigene Geschäft kaputt machen, gefeiert - allerdings wohl zu Unrecht.
Laut einer aktuellen Studie, für die die Umsatzentwicklung von Filmen über einen längeren Zeitpunkt beobachtet wurde, sanken die Einnahmen nach der Schließung der Plattform. Insbesondere die Produktionen in der zweiten und dritten Reihe konnten längst nicht mehr so viele Kino-Besucher anziehen, wie zuvor.
Die Autoren der Studie von der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität und der Copenhagen Business School folgern aus ihrer Beobachtung von 1.344 Filmen in einem Zeitraum von fünf Jahren, dass Filesharing abseits des großen Blockbuster-Kinos, das mit teuren Marketing-Kampagnen Zuschauer anzieht, ein wesentliches Marketing-Element darstellt.
Kleinere Produktionen leben demnach wohl zumindest zum Teil davon, dass jüngere Nutzer, die ohnehin selten Geld für einen Kinobesuch übrig haben, neue Filme aus dem Netz herunterladen und diese dann als Multiplikatoren an Personen weiterempfehlen, die sich eher einen Besuch im Filmtheater leisten können. Dieser Effekt sei bei Filmen mit einem kleineren Publikum offenbar besonders wichtig, hieß es.
Die neue Untersuchung bestätigt damit eine Reihe anderer Studien, nach denen Filesharing letztlich kaum negative Effekte auf das Geschäft mit Inhalten hat. In einigen Bereichen ist nach diesen Ergebnissen eher das Gegenteil der Fall. Die von der Medienindustrie immer wieder beklagten massiven Verluste durch die kostenlose Verbreitung von Content im Internet entbehrt somit jeder realen Grundlage.
Die Autoren der Studie von der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität und der Copenhagen Business School folgern aus ihrer Beobachtung von 1.344 Filmen in einem Zeitraum von fünf Jahren, dass Filesharing abseits des großen Blockbuster-Kinos, das mit teuren Marketing-Kampagnen Zuschauer anzieht, ein wesentliches Marketing-Element darstellt.
Kleinere Produktionen leben demnach wohl zumindest zum Teil davon, dass jüngere Nutzer, die ohnehin selten Geld für einen Kinobesuch übrig haben, neue Filme aus dem Netz herunterladen und diese dann als Multiplikatoren an Personen weiterempfehlen, die sich eher einen Besuch im Filmtheater leisten können. Dieser Effekt sei bei Filmen mit einem kleineren Publikum offenbar besonders wichtig, hieß es.
Die neue Untersuchung bestätigt damit eine Reihe anderer Studien, nach denen Filesharing letztlich kaum negative Effekte auf das Geschäft mit Inhalten hat. In einigen Bereichen ist nach diesen Ergebnissen eher das Gegenteil der Fall. Die von der Medienindustrie immer wieder beklagten massiven Verluste durch die kostenlose Verbreitung von Content im Internet entbehrt somit jeder realen Grundlage.
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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